Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 3-4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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63 Theile noch unbekannte, aber herrliche Land einrücken lassen. Die Ursache dieses Krieges ist bekannt. König Theodorus hat eine Anzahl Europäer, unter ihnen auch einen englischen Consul, seit Jahren gefangen gehalten und auf das Grausamste peinigen und foltern lassen, wovon wir in diesen Blättern oft ausführliche Mittheilungen gemacht haben. Man hat Alles aufgeboten, die Unglücklichen aus der Gewalt des Tyrannen und von ihren Leiden und Qualen zu befreien; da aber alle gütlichen Unterhandlungen vergebens waren, so hat sich endlich die Regierung Englands genöthigt gesehen, Gewalt der Gewalt entgegen zu setzen, um auf diese Weise zu ihrem Ziele zu gelangen. Wir wollen hoffen, daß dies bald geschehen möge, damit die Gefangenen endlich von ihren langen und schweren Leiden und Qualen erlöst und den Ihrigen wiedergegeben werden. Ein Jeder, der ein Mitgefühl für Unglückliche hat und dem zugleich auch die Verbreitung des Reiches Gottes am Herzen liegt, muß dies mit uns hoffen und wünschen; denn es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß mit dem Siege der Engländer zugleich auch dem Evangelium und reinem Worte Gottes der Weg in jenes verfinsterte Land gebahnt werden wird. Das wäre dann freilich ein herrlicher Sieg für das Reich Gottes; denn was keine Macht der Erde und keine Weisheit der Menschen vermag, das vermag das Wort Gottes; das würde Licht und Leben auch in die erstorbene Kirche Abysfiniens bringen und sie neugestalten. Doch wir wollen hören, was Herr Prediger Stern, einer der Gefangenen — denn er ist der Verfasser des Artikels — über die Abyssinische Kirche und die Schwierigkeiten einer Reformation derselben sagt. Er schreibt wie folgt: Das Christenthum bringt, wo es nur immer verbreitet wird, den Keim der Civilisation, der Veredelung und des Kunstfleißes mit sich. Es erleuchtet das Gemüth, läutert das Herz und besiegt die Leidenschaften. Unter seinem heilsamen Einflüsse wird die Macht zu einer schöpferischen, und die Gesetze werden gerecht. Selbst in Ländern, wo es am weitesten von der herrlichen Einfachheit seiner rein geistlichen Sphäre abgewichen ist, hat es Grundsätze eingepflanzt und Gefühle eingeimpft, welche ttef auf die Gemüthsart eingewirkt und die Lage der Gesellschaft verbessert haben. Gleich der natürlichen Sonne, welche den dunklen Schleier der Nacht lüftet und die Schönheiten der Schöp-