Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 3-4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554765-2554768--04878-2560820- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
34 darauf hinaus, an der Stätte, welche die tausendjährige Zeugin der größten Gottesthaten gewesen ist, endlich auch einen Samen auszustreuen, aus welchem die Anbetung Gottes im Geiste und in der Wahrheit auf's Neue erwachsen soll? Zu didsem Zwecke hatte stch Friedrich Wilhelm IV. mit der Königin Victoria von England zu einer geistigen Waffenbrüderschaft verbunden und ein erster Sieg der beiden evangelischen Vormächte Europa's war es, als am 21. Januar 1842 der erste evangelische Bischof in Jerusalem sein Hirtenamt antrat. Dort, wo die römische und griechische Kirche ihre Macht und ihren Pomp entfalten, gerade dort sollte die Kirche des reinen Evangeliums nicht auch den Beweis des Geistes und der Kraft liefern? Unsere Kirche ist arm, aber ihr Herr ist reich an Gnaden. Das hat er auch im gelobten Lande auf's Neue gezeigt. Auf dem Berge Zion hat er sich eine Kirche seines Namens erbaut und von hier aus ergießen sich bereits Segensströme über das unter dem Leichentuch des Islams fast erstorbene Land. Die Diaconissen-Anstalt, von Kaiserswerth a. R. aus begründet, hat im Jahre 1866 allein 429 Kranke, darunter 247 Türken, verpflegt. Das Hospiz der Johanniter öffnet allen Pilgern seine gastlichen Pforten. Für die Aussätzigen ist im September vorigen Jahres ein Asyl eröffnet worden. In Jaffa hebt sich die evangelische Gemeinde sichtbar; in Nazareth nicht minder. In Betlehem ist ein Kirchlein mit Missionshaus und Schule bereits 1865 eingeweiht worden. In Bairut, Alexandrien und Cairo blühen evangelische Anstalten und in letzterer Stadt hat der Pascha von Egypten selbst bedeutende Summen zum Bau einer evangelischen Kirche hergegeben. Sollte uns das Alles nicht rechten Muth machen, das Werk des Evangeliums von Jerusalem als der geborenen Hauptstadt aus in immer regerem Eifer durch das ganze Morgenland zu treiben? Das aber und nichts Anderes wollen die Jerusalems-Vereine und aus der Freude über den Fortschritt der evangelischen Glaubens- und Liebeöarbeit feiern diese Vereine Jerusalemsfeste. Ein solches Fest ward auch in Breslau am vorigen Sonntag, den 26. Januar, feierlich begangen. Zur rechten Erquickung Aller, die Jerusalem im Herzen haben, war die Barbarakirche Kopf an Kopf gefüllt. Herr Prediger Hartmann, der Vorsteher hiesiger Judenmisston, eröffnete das Fest durch ein tief-