Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2554541-2554765-2554767--04873-2560814- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
30 keine Lebensmittel. Es war ein passiver Krieg; seine Soldaten, allezeit siegreich auf dem Schlachtfelde, wurden theils vom Hunger besiegt, theils durch Desertiren decimirt. Nach und nach verringerte sich das Heer Theodoruö und auch fern Reich. Es bildeten sich neue unabhängige Reiche. Gegenwärtig hat er nicht mehr als 6000 Soldaten, und man kann sagen, daß mit Ausnahme einiger kleinen Provinzen und einiger Ounbas, sein Reich nicht mehr besteht. Zu Anfänge seiner Laufbahn zeigte er sich, wie ich bereits erwähnt habe, großmüthig, mäßig und kühn; aber als er zur Macht gelangt war, ergab er sich der Schwelgerei, wurde grausam und falsch, und sogar sein Muth verließ ihn nach und nach. Er versprach das Oberhaupt von Godjam ftei zu geben, wenn i seine Frau, die in einem gewissen Maße das Land beherrschte, ihm dasselbe überlieferte. Sobald als er im Besitz der Festung war, legte er das zu leichtgläubige Paar in Ketten und schickte sie beide in eine seiner Festungen. Er heirathete die Schwester der Söhne Bas-Ubies, um sie zu vermögen, ihm die Festung Simien zu übergeben, und als seine Schwäger, die auf die Familienverbindung vertrauten, zu ihm kamen, verstieß er seine Frau und warf die beiden Brüder ins Gefängniß. Die Königin der Gallas gab ihren Sohn als Geißel, welcher von den angesehensten Männern des Landes begleitet, nach Magdala; ging. Er wurde zum Statthalter gemacht; aber als Theodorus bald! darauf zu viel von den Gallas forderte, so weigerten sie sich, seinen j Forderungen zu entsprechen. Der Prinz und seine Begleiter wurden ins Gefängniß geworfen, und als Prinz Menilek, Sohn des verstor- 1 benen Lakale-Selasai, Königs von Choa, entschlüpfte und von der } Königin der Gallas mit seinemRange angemessenen Ehrenbezeugungen; empfangen wurde, tödtete Theodorus den Prinzen der Gallas und seine Begleiter und ließ sie noch lebend in Abgründe werfen. j Jetzt wollen wir sehen, wie Theodorus die Europäer behandelte, J die von ihm waren eingeladen worden, in sein Reich zu kommen. \ Der Vicekönig von Egypten versuchte, um seine Provinzen des! Südens zu erhalten, seinen grausamen Nachbar für sich zu gewinnen und meinte, daß von ihm Niemand besser ausgenommen werden würde,