Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Silvester, welcher den Stier erweckt, ist der Typus der belebende» Kraft des Christenthums. Mit dessen Macht begann ein neues Weltalter. Das heidnische Jahr, das Abbild der alten Geschichte, wurde wiedergeboren. Der erste Januar beginnt — so lehrt die Legende alle Zeit — das neue Völkerleben durch Christi Auferstehung. Mit Silvester am 31. December ist das Alterthum bildlich vollendet. In seiner Mitternacht schlagen die Glocken aller christlichen Zukunft an. Wenn unsere Genossen in der Zeit und im Leben in solchem Verständniß die Silvesternacht weiheten — daß fie neuergriffen von der Herrlichkeit des Evangeliums, allen Haß und Kampf vergessend, auferstehen zu Liebe und göttlicher Freiheit — dann in der That wäre Neujahr ein rechtes neues Jahr. Aber erheben müssen sich dann auch alle die in Silvesters Kraft und Frische, welche in Haus und Kirche das Wort des Lebens im Munde, am Altar und Bekenntniß zu führen haben! Professor Paulus Cassel zur Proselytenfrage. (Fortsetzung von Nr. 9 u. 10 vom v. I. und Schluß.) Man sagt mit Recht, daß es in der Welt keine Wunderlichkeit giebt, die nicht bereits von Gelehrten vertheidigt worden wäre. In der christlichen Kirche hat man darüber Abhandlungen geschrieben, ob es möglich sei, daß ein Jude sich bekehre, während seine Evangelien von bekehrten Juden geschrieben, und seine jüdischen Sendboten die größten Bekehrer und Bekehrte gewesen sind. Mit eben demselben Rechte ließ sich an der Möglichkeit des Christenthums überhaupt zweifeln. Die Kirchenväter nach Constantin klagen genug darüber, daß zahllose Heiden aus weltlichen Vortheilen zur Kirche gekommen sind. „Ille sic, ille sic, impletur quotidie talibus ecclesia, vix quaeritur Jesus propter Jesum.“ (Dieser kommt so, jener so; täglich füllt sich die Kirche mit solchen; kaum wird Jesus um Jesu willen gesucht.) Aber der Kirchenvater, der dies schreibt, Augustinus, war selbst ein Bekehrter, der schrieb: „Du hast mich, Gott, so zu Dir bekehrt, daß ich weder ein Weib, noch eine Hoffnung dieser Welt gesucht