Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 7-8 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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der Sarg eines Todten wandert neben der Lade des lebendigen Gottes! Aber da ward ihnen zur Antwort: Wohl geziemt es sich, daß die Lade dieses Todten der Lade des lebendigen Wortes zur Seite gehe, denn jener hielt, was in diesem geschrieben steht. Hier steht geschrieben: „„Ich bin der Herr, dein Gott!"" und jener hat gesprochen: „„Bin ich denn an Gottes Stelle?"" — Hier heißt es: „„Du sollst keine andere Götter haben!"" und jener sagte: „„Ich fürchte Gott!"" — Hier steht: „„Du sollst den Namen deines Gottes nicht vergeblich aussprechen!"" und jener schwur nur bei dem Leben Pharaos, und so hat er in allem zu halten gesucht, was hier geschrieben steht: Darum geziemt es sich wohl, daß seine Lade neben der Lade Gottes einhergehe, bis sie im Geleite derselben in's gelobte Land gekommen." So die Erzählung im „Israelit." — Als das Volk Israel um seiner Sünden willen in die babylonische Gefangenschaft weggeführt worden war, riefen die Heiden verwundert und erstaunt aus: „Ist das des Herrn Volk, das aus seinem Lande hat müssen ziehn?" Hes. 36, 20. So muß man auch, wenn nian solche Artikel liest, erstaunt ausrufen: Ist das das weise und verständige Volk, das auf solche Thorheiten verfallen und solche A bgeschmacktheiten glauben, erzählen und als Weisheit in die Welt schicken kann? Was beabsichtigt man denn mit solchen Erdichtungen und Wundererzählungen, daß Moses in die Gruft der Könige Egyptens gegangen sei, dort gerufen habe: Joseph, Joseph u. s. w. u. s. w., daß Moses den Sarg Josephs genommen und auf seinen Schultern davon getragen habe? Will man mit solchen Mährchen, die den Stempel grober Unwahrheit handgreiflich an sich tragen, die Offenbarung Gottes, sein heiliges Gesetz verherrlichen? Das hat Gott der Herr schon selbst gethan durch hinreichende Wunder und Zeichen beim Auszuge aus Egypten, bei der Gesetzgebung am Sinai, auf den Wanderungen in der Wüste, bei der Einnahme Canaans und während Israel in seinem Lande wohnte. Aber so tief ist dies Israel gefallen, daß es mit Hintenansetzung des Wortes Gottes sich darin gefällt, sich solche Legenden zu erzählen, namentlich sollte man doch in unseren Tagen solche Erdichtungen ruhen lassen und nicht wieder hervorsuchen, denn das Ansehen des Judenthums wird man mit dergleichen Dingen nicht heben. Wer in solchen