Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 7-8 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554757-2554762--04767-2560705- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ueber die Verbreitung von Schriften, welche durch die Gesellschaft ausgegeben werden, findet sich die Angabe, daß: 5461 Bibeln, 3835 Testamente, 11,895 einzelne Theile der heiligen Schrift, 34,978 Missions-Tractate und Bücher und 61,686 heimische Traktate und Ansprachen während des Jahres aus der Niederlage der Gesellschaft in Umlauf gebracht worden sind. Die Einnahme, welche aus dem Verkauf von heiligen Schriften erzielt ward, betrug h 297.13. Und nun zum Schluß noch einige Worte an das Herz unserer jüdischen Brüder. Ist es nicht der Ton herzlicher, inniger, warmer Liebe, welcher aus den Reden all' der Männer, die in jener Mai-Versammlung ihre Stimmen erhoben haben, spricht? Kann diese Liebe einen eigennützigen Zweck haben? Können so viele hochgestellte, angesehene und völlig unabhängige Männer, die keinen irdischen Nutzen von ihrer Betheiligung am Misstonswerk haben, in dieser Weise an dasselbe treten, ohne von einem Geist getrieben zu sein, der allein von Gott kommt? Was wird jenen Christen Englands dafür, daß sie in einem Jahre 200,000 Thlr. und mehr sammeln, damit das Evangelium zum Volke Israel gelange? Ist es erhört, daß so viele Menschen aus ganz verschiedenen Ständen sich in solcher Weise demüthigen, daß sie ein Volk, welches von der großen Menge nicht mit günstigen Augen angesehen wird, und welches auch diejenigen, die es trotz dem verehren, auf falschen Wegen dahingehn meinen, hoch über sich selbst, hoch über die gegenwärtige Christenheit, von der sie doch augenblicklich das Heil ausgehen wissen, erheben? Ist ein Glaube, welcher sich selbst so sehr erniedrigt und sein Bestes, die Wahrheit, Israel darbietet, damit dies Volk emporsteige und die Christenheit aus den übrigen Völkern die geringere Ehre dann behalte, wohl aus menschlicher Vernunft erklärlich? Können die Juden gewissenshalber behaupten, daß sie von solcher Demuth, von solcher Liebe, von solchem Glauben gegenwärtig auch durchdrungen sind, selbst nur in den edelsten ihrer Glieder? Wer ehrt Israel mehr: das jüdische Religionssyftem oder die christliche Lehre, welche es zum Segensquell der ganzen Erde macht?