Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 5-6 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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95 Könige. Bekannt ist's, wie Daniel, der aus Juda war, vor allen andern Juden zu den höchsten Ehrenftellen erhoben ward, und so in ihm Juda's Stellung bewahrt blieb. Nach der Ausführung aus Babel bekam das Volk Fürsten und Statthalter aus dem Stamme Juda. Auch in der Zeit der Maccabäer, die zum Stamm Levi gehörten, war die eigentliche Gewalt bei dem hohen Rath zu Jerusalem, also im Stamme Juda. Und ob der bekannte Herodes ein Edomiter war, so war doch sein Königthum zu Jerulalcm, also wiederum im Stamme Juda. Fügen wir hinzu, daß ja von Jerusalem das Gesetz ausging und des Herrn Wort von Zion, daß die gesetzgebende Gewalt, der sich Könige und Hohepriester beugen mußten, bei dem Synedrium sich befand, daß dieses zum Zeichen seiner Herrschergewalt als bürgerliche und geistliche Obrigkeit ein Scepter als Jnsigne dort hatte, wo es sich versammelte —: so werden wir zugeben müssen, daß die Weissagung so weit erfüllt ist; bis zu der Zeit, als der Herr erschien, ist das Scepter von Juda nicht gewichen, noch ein Meister von seinen Fürsten. Sie ist noch weiter erfüllt. Unter Herodes wird der Herr geboren. Dann wich das Scepter von dem sündigen Juda. Die Vierfürsten aus Herodes Geschlecht waren vollständige Vasallen Roms; der römische Landpfleger Pontius Pilatus übte die Herrschergewalt. Nachdem Kaiphas noch einmal geweissagt, weil er des Jahres Hoherpriester war, und so das Licht der Gesetzgeber selbst bei dem entsetzlichsten menschlichen Vertreter dieses Amtes noch einmal geleuchtet, da erlosch auch dieses. Als der Vorhang im Tempel zerriß und die große Erlösung geschehen war, da waren die Meister Juda's Fürsten entnommen, oder vielmehr da wichen sie dem, der der rechte Meister, Priester und König ist, dem verheißenen ewigen Juda! Wie genau bestimmt doch dieses Wort die Zeit, in der der Herr kommen soll! Und doch giebt's noch ein Volk, das seiner Erscheinung harrt! Grade Sein Volk, grade Israel, so weit es noch nicht mit den Millionen der erstorbenen Christenheit vom lebendigen Gott abgefallen ist zum Kälberdienst des Mammons, gerade die Besseren unter ihnen weinen und seufzen noch auf den Trümmern der einst heiligen Stadt der Ankunft ihres Helden entgegen. Wie furchtbar hat es sich an ihnen gerächt, daß sie die Zeit ihrer Heimsuchung verachtet! Wie