Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 Welche Kämpfe hat nicht die kleine Gemeinde der Gläubigen schon in der ersten Zeit zu bestehen gehabt, wie wurde sie gleich zu Anfang, als sie sich kaum in Jerusalem gesammelt, von Juden verfolgt, und als sie dennoch später wuchs und sich immer mehr ausbreitete, von Heiden, von den gottlosen und übermüthigen Römern, mit aller nur erdenklichen Grausamkeit gequält und gemartert, so daß es schien, sie müßte gänzlich vernichtet werden und der Name Christi von der Erde verschwinden. Aber die Weissagung: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen," und die Verheißung „und die Pforten der Hölle sollen sie (die Gemeinde) nicht überwältigen" wurden erfüllt, nach Jahrhunderte langen Drangsalen errang die Kirche den herrlichsten Sieg, ihre mächtigsten Verfolger beugten sich vor der unsichtbaren Macht des Kreuzes und wurden durchdrungen von der Kraft des Evangeliums, die da selig macht Alle, die daran glauben. Und als nach vielen Jahrhunderten das Licht der Kirche unter der Wucht des A berglaubens und schristwidriger Menschensatzungen, unter Verweltlichung ihrer Leiter und Verkäuflichkeit ihrer theuersten Güter zu erlöschen drohte, da sandte der Herr neue Kämpfer, die Finsterniß wich, denn er sprach noch einmal: „Es werde Licht." Das theure Wort Gottes wurde der Christenheit zurückgegeben, die gläubigen Reformatoren schöpften daraus Trost und Muth zum Kampfe, und wieder wurde die Weissagung erfüllt, daß die Pforten der Hölle die wahre Kirche nicht überwältigen sollen. Ja, immer hat sich diese theure Verheißung bewährt, immer hat die Kirche, sie mochte gegen Aberglauben oder Unglauben kämpfen, gesiegt. Die Ereignisse am Ende des vorigen Jahrhunderts bekräftigten dieses auf's Neue: der alte Feind ruhte nicht, er ging umher wie ein brüllender Löwe und suchte, welchen er verschlinge. Er fand seine Jünger in Frankreich, die unter neuen Formen den krassesten Unglauben verbreiteten. Die neuen Lehren trugen bald ihre Früchte, sie fanden auch Eingang in Deutschland, und Lästerung und Verspottung alles Heiligen gehörten auch in den Salons zum guten Tone. Aber ein schweres Gericht Gottes erging gleich darauf über das Land, von dem der Unglaube ausgegangen war. Dort suchte man Alles, was an christ-