Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 11-12 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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167 sündige Erde gewandelt? Er war ganz und gar heilige Liebe, er hat in Liebe zu euch sich verblutet und auch als der Gehenkte noch euch Vergebung erflehet. „O ihr Kinder derer, die sein Blut über sich herabriefen, warum seid ihr denn nun in schon fast zweitausendjähriger Verbannung? Als euch die Römer aus eurem Vaterlande entwurzelten, wart ihr nicht Götzendiener, wie eure Väter, welche die Assyrer und Chaldäer hinwegschleppten. Warum hat dieses euer gegenwärtiges Eril so gar kein Ende? Welche unerhörte Sünde ist denn die Ursache seiner unerhörten Dauer? — Die Antworten, die ihr darauf gebet, widerlegen sich selber. Betrügt euch doch nicht muthwillig! Ihr habt den von euch gestoßen, in dem euer eigenstes, wahres, gottgewolltes Wesen leibhaftig erschienen war. Das Blut des unschuldigen Abel schreiet gen Himmel. Euer Straszustand währt so lange, bis ihr dieses Blut mit Thränen reuiger Liebe stillet und mit Asche aufrichtiger Buße zudeckt, bis ihr um ihn klaget, den eure Väter durchstochen, wie um ein einiges Kind, und ein allgemeines Weinen, eine große Klage unter euch entsteht, wie die war zu Hadad-Rimmon im Thale Megiddo. Denn er ist der durchstochene, er der mit dreißig Silberlingen abgelohnte gute Hirte, von dem Sacharja weissagt, und eure Schmach wird sich nicht eher in Herrlichkeit wandeln, bis ihr aus Jesaias Munde die Worte zu Herzen fasset: Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen; wir aber hielten ihn für den, der geplaget und von Gott geschlagen und gemartet wäre. „O liebes welches Gottesvolk, warum hältst du deine eigene verheißene Herrlichkeit so lange unter Schloß und Riegel? Thue den Bann hinweg, der auf dir lastet, so wird sie Hervorbrechen wie ein aufgehaltener Strom, den der Geist des Herrn treibt, und dieser Strom wird auch die aus den Heiden gesammelte Christenheit bewässern, daß sie reuig die Blutschulden erkennt, die sie gegen dich begangen und durch die sie deinen Wahn genährt hat, daß du selber der von Jesaia gemeinte Knecht Jehova's seist, der durch seine Leiden der Welt Sünde zu büßen habe. Denn es ist wahr, es ist nur zu wahr: die Kirche hat sich schwer an ihrer Mutter, der Synagoge