Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 11-12 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554725-2554732--03998-2559914- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
168 finstere Wolke, welche euer Streben erdrücken würde, wenn nicht euer mit Gottes Wort gegürteter Glaube und der ihm entgegenkommende schöne Glanz Gottes aus Zion sie je und je zertheilte, und wenn nicht die Zurufe so vieler Christgläubigen aus Israel von ihrem Sterbebette und der Aufblick zu den auf dem Zion droben engelgleich Triumphirenden euch immer neuen Muth einflößten. „Unter jener finstern Wolke haben lange genug auch diese Lieder gelegen, bis mir gegeben ward, diese Vorrede zu ihnen zu schreiben. Nehmt die endlich ans Licht gerungenen freundlich auf, ihr Freunde Israels, und verbreitet sie unter dem Volke, das ihr lieb habt! Und Ihr, Männer Israels und Töchter Israels, verachtet mir diese Lieder nicht, die euch Leben und Liebe entgegenduften und gern Frühlingsboten der schönen Zeit sein möchten, wo das große Leichengefilde der Erulanten, vom Geiste der Auferstehung durchdrungen zu rauschen beginnen wird (Ezech. 37, 7.), denn es wird dennoch dazu kommen, daß Jakob wurzeln wird, und Israel blühen und grünen wird, daß sie den Erdboden mit Früchten erfüllen (Jes. 87, 8). „Weigert euch doch nicht, den von Mose verheißenen mosesgleichen großen Propheten zu hören; ihr seid ja in Folge eures Ungehorsams unter die geisttödtende Knechtschaft des ausgelebten Gesetzesbuchstabens gerathen. Weigert euch doch nicht, den andern David zu küffen, den Gottessohn, der euch auf die geistliche Höhe eures weltgeschichtlichen Berufes emporführen will; ihr seid ja infolge des Kreuzige, in das sich euer Hosianna verwandelt hat, zu einem fliegenden Blatte, zum höhnischen Sprichwort unter allen Heiden geworden. Weigert euch doch nicht, den Segen anzunehmen, den die durchbohrten Hände des großen Meisters, der sich selbst für euch geopfert, euch spenden möchten — seht doch: seit er, der Knecht Jehova's, sich selbst geopfert, ist euer Tempel und mit ihm euer Opferdienst zertrümmert. Und wie könntet ihr wünschen, seinen Fußboden wieder in Thierblut schwimmen zu sehen, wie einen Schlachthof — der Thieropferdienst ist nicht allein in der äußeren Wirklichkeit, sondern auch in eurem Bewußtsein gerichtet. So weigert euch doch nicht, seine große Erfüllung aus Golgatha, die