Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 9-10 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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156 etwa 14 Monaten in Egypten war, traf ich mit zwei Damen zusammen, die eine war eine Tochter eines ausgezeichneten irländischen Prälaten, die andere die Tochter eines wohlbekannten Geistlichen, der jetzt zu seiner Ruhe eingegangen ist.—Diese beiden Damen hatten die Ufer des Nils besucht um ihre angegriffene Gesundheit, zu stärken; als sie aber die vielen Tausende von Menschen sahen, die Satan in seinen Banden hält, erregte dies ihr Mitleid, und anstatt nur auf ihre Gesundheit bedacht zu sein, gingen sie umher und pflegten die Kranken, speisten die Hungrigen und unterrichteten Alte und Zunge. Und auf den fernsten Misstonsstationen finden wir vortrefflich gebildete und reich begabte im größten Wohlstände erzogene Damen, die stch's angelegen sein lassen, durch Unterrichten u. s. w. die Sündenhöhlen der Wilden in liebliche Wohnungen des Friedens zu verwandeln. Ich hoffe daher, daß unsre Freunde auf dieser Plattform solchen Beispielen nacheifern werden, und daß sich heute Einer oder der Andere entschließt, mich nach Afrika zu begleiten, um den armen Felaschas die Botschaft des Heils zu bringen. — Aber der Herr hat uns auch in andern Ländern gesegnet; in Ost und West, in Europa und Asien muß die Finsterniß je länger desto mehr vor dem hellen Glanz des Evangeliums schwinden. In Deutschland haben wir eine große Anzahl Juden, welche die Jrrthümer des Rationalismus und des Judenthums verworfen und ihre Zuflucht zum Kreuz des Heilandes genommen haben. Im Osten, wo der Jude das Christenthum nur gesehen hat in der Erscheinung des Götzendienstes, so daß schon der Gedanke, eine solche Religion anzunehmen, ihn mit Schrecken erfüllt, selbst dort sehen wir jetzt andere Gesinnungen Platz greifen. Gehen wir zu den Stätten wo die Krippe stand, wo das Kreuz aufgerichtet wurde, wo der Heiland lehrte, die Apostel predigten, auch dort, in Jerusalem, finden wir eine Anzahl Israeliten, die ihre Hände zu dem lange verachteten und verworfenen Heilande erheben.. Wenn wir Alles dies sehen, hat da noch Jemand, wie mein Freund und Bruder Herr M y erS anführte, ein Recht, zu sagen, das Herz des Juden sei zu sehr verhärtet, um bessere Eindrücke zu empfangen, zu verstockt, um durch die Botschaft des Evangeliums von Christo ergriffen zu werden? Ich habe