Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 11-12 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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165 zu deines Vaters Zeit ward bei ihm Erleuchtung erfunden, Klugheit und Weisheit, wie der Götter Weisheit ist, und dein Vater, König Nebukadnezar, setzte ihn über die Sternseher, Weisen, Chaldäer und Wahrsager. Und von Belsazar heißt es Dan. 5, 89: Da befahl Belsazar, daß man Daniel mit Purpur kleiden sollte und goldene Ketten an den Hals geben, und ließ von ihm verkündigen, daß er der dritte Herr sei im Königreich. Was soll man nun zu solchen Legenden und Mährchen sagen, oder vielmehr, was soll man von der Redaction des jüdischen Volksblattes sagen, die solche Mährchen drucken läßt? Was ist ihre Tendenz und ihr Zweck? Der Erzähler oder Mittheiler dieser Legende sagt zu Anfänge seines Artikels, er habe die Erzählung aus einem ältest Buche genommen, dessen Titelblatt längst verschwunden, so daß er Namen, Verfasser und Druckort nicht anzugeben vermöge. Aber „das Buch enthielt", wie er hinzufügt, „ein sonderbares Gemisch von Gebeten, Gespenstergeschichten, Fabeln u. dgl., die in echtem Volkstone und in wahrer Volksweise die tiefsten Gedankenblitze, die lautersten Herzensergießungen neben dem krassesten Aberglauben und dem tollsten Unsinn zu Tage brachten." „Die Leser", meint er, „werden es nicht übel nehmen, wenn wir den letzteren übergehen, aus dem gesunden Theile aber Manches auswählen, um es'ihnen vorzulegen." Den Unsinn und den Aberglauben hat also der Wiedererzähler hier weggelaffen und nur den „gesunden Theil" seinen Lesern zum Besten gegeben. Die angeführten Stücke sind aber offenbar nicht nur im Widerspruch mit dem Zeugniß der heiligen Schrift, sondern enthalken wirklich „den tollsten Unsinn und Aberglauben", und doch sollen es lautere Herzensergießungen und Gedankenblitze sein; ja frellich solche, welche die Leser blenden und fanatisiren. Sie, lieber Herr Redakteur, werden aus dem Mitgetheilten leicht sehen, was man mit solchen Erzählungen dem jüdischen Volke für Ideen einpflanzen will. Selbst da, wo dem Redakteur des jüdischen Volksblattes eine Begebenheit aus dem christlichen Missionsfelde so wichtig ist, daß er sie abdrucken läßt, thut er dies nicht ohne eine verdächtigende Anmerkung beizufügen. So werden in Nr. 7, S. 27 unter der Ueber»