Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 1-2 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1Ö Wort von Erkenntniß irgend einer, auch der geringsten Schuld , die auf ihnen laste, kein Wort eines Wunsches oder Verlangens oder einer Entschließung zum Herrn umzukehren. Von alle dem und ähnlichen Gedanken ist kein Wort und keine Erwähnung. Die Israeliten sind nur die unschuldig Leidenden, die ungerechter Weise von den Christen hart Gedrückten. Hier ist nur die Rede von der Macht der Vernunft und des Rechts, durch welche sie das bisherige Joch abzuschütteln meinen, von ihrer Menschen - und Bürgerwürde, die sie wieder erlangen wollen. Sie. eifern und klagen und streiten über und wider Menschen, die freilich viel Elend auf sie gebracht und gehäuft haben; aber es fällt ihnen auch nicht im entferntesten ein, an sich selbst zu denken, in ihr Herz zu gehen, ihr Wesen und Verhalten gegen den Herrn ihren Gott zu forschen. Sie klagen über das Elend der Gewaltthätigkeit von zwanzig Jahrhunderten, und wer möchte ihnen das verargen; denn auch der Wurm krümmt sich, -wenn er getreten wird; aber sind denn die Schreier selbst wirklich, in solcher Roth? Und hat Venn der Gott Israels gar nichts mehr mit Israel zu thun? Kann der Gott, an dem sie doch, wie sie rühmen, so treu und standhaft gehalten haben, ihnen nicht helfen, oder will er es nicht thun? Ist seine Hand verkürzt, daß er sich seines Volkes in zwanzig langen Jahrhunderten des Elendes und des Druckes nicht angenommen hat, obgleich sie nach ihrer Meinung so unschuldiger und ungerechter Weise leiden? Wenn es auch einerseits eine unumstößliche Wahrheit ist, daß nicht nur die heidnischen, sondern auch die christlichen Völker sich schwer an Israel versündigt haben, so ist andererseits es nicht minder eine'göttliche Wahrheit, daß Israel diesen Druck und dieses Elend nicht erfahren hätte, wenn sie sich nicht an dem Herrn, ihrem Gott, so schwer versündigt hätten, Die Frage des Herrn, die er Jes. 42, 24 durch den Propheten thut, ist keine poetische Floskel, auch nicht die Sprache eines fanatischen Schwärmers, ist nicht eine bildliche, überspannte Redensart, sondern ein einfaches Zeugniß des lebendigen Gottes, ohne dessen Willen kein Sperling vom Dache, kein Haar von unserm Haupte fällt. Diese Frage lautet: Wer hat Jakob übergebenzu plündern, und Israel den Räubern? Hat es nicht der Herr gethan, an dem wir gesündigt haben?