Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 1-2 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 von dort gebracht hat, und die wir im Folgenden theilweise hier mittheilen wollen, haben leider ein sehr trauriges Bild von der Herrlichkeit der dortigen Juden aufgerollt. Ein Volk wird nicht neugeboren durch Emancipation. Das menschliche Herz ist böse von Jugend auf und immerdar. DaS gilt auch von Israel. Wird es durch Emancipation gut werden? Nun und nimmermehr.. Das Wort der Wahrheit, wie es schon in den Büchern Moses heißt, die doch Israel noch am ehsten als solches Wort der Wahrheit gelten läßt, legt ein anderes Zeugniß ab, indem Moses in seinem Abschiedsliede sagt: Da Jeschurun fett und satt ward, ward er geil. Er ist fett und dick und stark geworden, und Haiden Gott fahren lassen, der ihn gemacht hat. Er Hai den Fels seines Heils gering geachtet. S. Mos.32, IS. „Die Erneuerung eines Volkes", sagt Jemand, „ geschieht nicht durch ein Patent, sondern durch Sack und Asche." Mag Israel auch die vollständigste Emancipation erringen, mögen sie Schulzen, Kreisrichtcr, Schulvorsteher nicht nur , sondern auch Schullehrer, ja mögen, sie Minister, nicht nur der Justiz sondern auch der geistl. Angelegenheiten werden können und werden: Israel ist damit nicht erneuert, damit nicht ein begnadigtes Volk Gottes geworden. Dies Letztere geschieht nur durch Buße in Sack und Asche; durch wahre Demüthigung, durch aufrichtige Unterwerfung unter das Urtheil des Herrn, daß sie sagen: Herr, du bist gerecht, wir abermüffen uns schämen, durch kindlichen Gehorsam gegen das Wort des Herrn Jer. 3, 22. So kehret nun wieder, ihr abtrünnigen Kinder; sowill ich euch heilen von eurem Ungehorsam; da Israel auf diese Ermahnung und Einladung antwortet: Stehe, wir kommen zu dir, denn du bist der Herr unser Gott. Wahrlich es ist eitel Betrug mit Hügeln und mit allen Bergen. Wahrlich, es hat Israel keine Hülfe, denn am Herrn, unserm Gott. Und unserer Väter Arbeit, die wir von Jugend auf gehalten haben, müsse mit Schanden untergehen, sammt ihren Schafen, Rindern, Kindern und Töchtern. Denn darauf wir uns verließen, das ist uns jetzt eitel Schande; und deß wir uns trösteten, deß müssen wir uns jetzt schämen. Denn wir sündigten damit wider den Herrn unfern Gott: beide wir und unsere Väter von unserer Jugend auf, auch