Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 3-4 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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56 das ihnen von dem bereitet sei, welcher unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich genommen hat. In dieser Weise ging unsere Arbeit täglich vor sich während der ganzen Zeit unseres Aufenthaltes in Tiberias." „Bruder Schapira war mir eine große Hilfe. Wenn ich nichts mehr thun konnte, so trat er dann herein und setzte das Gespräch fort, bis ich ihn wieder ablöste. Das Hauptthema unserer Erörterung bildete die Frage über die Abschaffung ves Gesetzes Moses. Da sie Kabbalisten waren, so fanden sie keine große Schwierigkeit, die Lehre von der Dreinigkeit zuzugeben oder wenigstens sie unangetastet stehen zu lassen; aber daß wir lehren und behaupten sollten, daß der Mensch ohne das Gesetz und allein durch den Glauben selig werden könne, das konnten sie nicht begreifen, wie es mit der Religion Jehovahs vereinigt werden könne. Wir hatten so eine sehr schöne Gelegenheit, ihnen den vor die Augen zu stellen, der da ist „Jehovah Zidkenu" (der Herr, unsere Gerechtigkeit). Die Zeit nach dem Mittagessen, von 21/2 bis 5 Uhr, wurde gewöhnlich mit Besuchen solcher Personen verbracht, welche nicht zu uns kommen konnten und der angestellten Rabbiner." „Unter den Kranken, die unser Interesse besonders in Anspruch nahmen, aber nicht zu uns kommen konnten, hatten wir einen Mann von der Nordküste Afrikas, aus einer sehr angesehenen und reichen Familie. Die Juden sprachen alle mit hoher Achtung von seinem Character und als einem Manne voll guter Werke und Almosen. So oft wir diesen Mann besuchten, was beinahe täglich geschah, versammelte sich eine große Menge Juden um uns, mit welchen ich mich dann zu unterhalten pflegte, während Herr Atkinson mit dem Kranken beschäftigt war. Herr Atkinson fand ihn zu meinem Bedauern in einem hoffnungslosen Zustande. Seine Verwandten baten mich dringend nicht mit ihm über seinen hoffnungslosen Zustand zu sprechen; aber ich fühlte desto mehr, daß dies meine Pflicht sei. Es erforderte in der That große Vorsicht, sie damit nicht zu beleidigen. Als wir ihn eines Tages besuchten, bat er mich, allen Einfluß auf den Doctor auszuüben, daß er alle seine Kräfte zusammen nehmen und alles thun möchte, um ihn zu heilen. Ich