Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 5-6 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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_95_ der Industrie. Der Handel könnte nur in den Seestädten mit Vortheil betrieben werden und 'auch selbst da nur in beschränkter Ausdehnung; und obfchon mit großen Mitteln in jenen Plätzen Fabriken errichtet würden, so würden sie die Concurrenz mit denen in Europa nicht aushalten. Ein solcher Versuch wurde nach einem großen Maßstabe in Egypten gemacht, einem Lande, wo die Verhältnisse zu solchen Unternehmungen viel günstiger sind, als in Palästina, der von allen Hülfsguellen seines Beherrschers, Mehemed Alis, eines Mannes von großer Thatkraft und großem Geiste unterstützt wurde, und doch haben die Ungeheuern Fabrik-Anlagen, die von ihm gemacht worden sind, ihren Gründer nicht überlebt; was von ihnen noch übrig ist, sind ihre verlassenen Mauern an den Ufern des Nils zerstreut, die in nicht gar langer Zeit ebenso viele Ruinen bilden werden. Wenn diese Bemerkungen begründet sind, so scheint der Schluß der zu sein, daß wenig Hoffnung vorhanden ist, die Lage der Juden im Oriente durch industrielle Unternehmungen zu verbessern. Sowohl ihre fast unüberwindlichen religiösen Vorurtheile, als auch die Umstände des Landes sind ihnen entgegen. In dieser Lage wecken sie niemals im Stande sein, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, unabhängig von Unterstützungen. In dieser Hinsicht befinden sie sich genau in derselben Lage, wie die lateinischen, griechischen und osmanischen Gemeinschaften in diesem Lande, deren Einkünfte aus Beiträgen von Außerhalb bestehen und aus den Erträgen der Pilgrime entspringen, welche das heil. Land besuchen. Die jüdische Gemeinde ist in gleicher Weise von fremder Hülfe und Unterstützung abhängig und hat, wie es wohl bekannt ist, ein organisirtes System von Deputationen oder Gesandten, welche nach allen Theilcn der Erde gehen, lim zu diesem Zwecke Gelder zu sammeln. So lange der Rabbinismus bestehen wird, werden auch diese Anforderungen an die Juden gemacht, und so lange wird ihnen auch entsprochen werden. Sobald die ärmeren Juden bemerkten, daß sie von Sir Moses Montefiore nichts zu erwarten hätten, so nahmen sie ihren früheren Verkehr mit unserer Mission wieder aus. Diejenigen, welche ärztliche Hülfe suchten, kehrten sogar in beträchtlicherer Zahl ins Hospital zurück, wie dies aus der angeschloffenen Liste ersehen wer-