Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 12 (1856)
- Issue
- 3-4 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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63 oder weniger erlangter Erkenntniß und Ueberzeugung von der Wahrheit des Christenthums zeugen. Im letzten Monate sind mehrere Fälle dieser Art zu unserer Kenntniß gekommen, die unser Staunen erregten wegen des Eifers, mit welchem grade diese Personen bisher gegen uns disputirt hatten, die jetzt bekennen, daß sie, indem sie dies thaten, gegen ihre eigene Ueberzeugung ankämpften. Einer derselben insbesondere trat unlängst nicht nur mit dem feierlichen Geständniß hervor, daß er vollständig von der Wahrheit überzeugt sei, sondern auch mit einem erfreulichen Reichthum von Erkenntniß sowohl der auf den Gegenstand bezüglichen Weissagungen, als auch des Inhalts des Neuen Testaments, ja sogar der besondern Lehren u. s. w. des Evangeliums, der Sünde, der Versöhnung, der Rechtfertigung durch den Glauben, der Seligkeit aus Gnaden: und zwar dies Alles durch Christum als den Erlöser Israels und Heiland der Welt. Dabei war er sichtlich von einem tiefen Gefühl und Ernst durchdrungen. Um seiner Frau willen entschloß er sich jedoch Alles zu verkaufen und auf einige Zeit nach Constantinopel zu gehen, weil er hoffte, daß er sie dort zu demselben seligen Glauben führen werde; zugleich erklärte er es aber als seinen festen Vorsatz, dann hieher zurückzu kehren, um hier den Glauben öffentlich zu bekennen, gegen den er sich bisher öffentlich erklärt hatte. Als ich bei diesem letzten Besuche ihm die Pflicht eindringlich vorhielt, dies sogleich hier zu thun, rollten Thränen seine Wangen herab, und er gab mir die Versicherung, daß, wenn es ihm nicht um seine Frau zu thun wäre, (daß sie auch zum Glauben gebracht und gerettet werden möge,) er auf jede Gefahr hin es gethan haben würde und es auch noch thun werde. Ein anderes Beispiel ist das von einem Polnischen Rabbinen. Dieser Mann kam vor einiger Zeit mit einem ähnlichen Geständniß seiner vollen Ueberzeugung, die er hauptsächlich aus dem Lesen der Propheten erlangt hatte, zu mir. Ich gab ihm eine ganze hebr. Bibel und ein Neues Testament, und zeigte ihm, wie er unter Gebet den Gegenstand weiter verfolgen solle, indem er das Eine mit dem Andern und den Zustand seines Herzens und Gemüthes mit beiden vergliche. Vorige Woche besuchte er mich wieder, und ich war erstaunt und erfreut über den Fortschritt, den er gemacht hatte. Ich