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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 3-4 (1856) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
3-4 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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61 Bor 11 Monaten schickte ich einen dieser Brüder, Herrn Find, mit dem vr. Kra fft ab, um den gegenwärtigen Zustand Abyssiniens zu erforschen, und wenn möglich, einen Ort für die Mission auszusuchen. Gerade zu dieser Zeit hatten große Veränderungen in Abyssinien stattgefunden. Ein junger Mann, Namens Cassai, hatte in außerordentlich kurzer Zeit ganz Abyssinien unter seine Herrschaft gebracht. Darauf hatte er den Abune oder Bischof veranlaßt, ihn zum Könige zu salben, bei welcher Gelegenheit er den ominösen Namen Theodorus annahm. Er empfing die Herren Krafft und Flud sehr wohlwollend; da er aber gerade in einer Expedition gegen die Galla begriffen war, konnten die Missionare Nichts mit ihm festsetzen. Sie kehrten im vergangenen August zurück, und obgleich sie mir einen sehr freundlichen Brief des Königs brachten, war ihr Bericht, im Ganzen genommen, nicht ermuthigend, so daß ich einige Zeit zögerte, nicht wissend, was zu thun. Einerseits ist eine vollkommen neue Ordnung der Dinge unter einem Könige eingetreten, ohne dessen Zustimmung, menschlich gesprochen, Nichts geschehen kann. Da ist ein König, welcher innerhalb eines Jahres den religiösen Parthei-Geist erdrückt hat, welcher Abyssinien Jahrhunderte lang zerrüttete, ein König, welcher die Römischen Missionare vertrieben und seinen Muhamedanischen Unterthanen die Wahl gelassen hat, binnen zwei Jahren entweder das Christenthum anzunehmen, oder das Land zu verlassen. Andererseits aber liest er täglich die Bibel in der einheimischen Amharischen Sprache, scheint das Wort Gottes zu lieben und dessen Verbreitung in seinem Lande begünstigen zu wollen. Dieser Umstand in Verbindung mit dem kindlichen Glauben und dem heißen Wunsche von vier meiner Missionare, welche schon das Amharische sprechen, ohneZeitverlust ausgeschickt zu werden, hat mich zu dem Entschlüsse gebracht, sie unmittelbar jetzt in dieser günstigen Jahreszeit mit so vielen Bibeln und Testamenten als nur möglich zu senden. Wenn es nun auch diesen Brüdern nicht gelingen sollte, sich niederzulassen, wenn sie nur eine Fülle biblischen Lichtes in dies finstre Land bringen, so wird ihre Mission nicht vergeblich sein. Ich empfehle sie daher und das ganze Missionöwerk in diesem und jenem Lande Euren Gebeten und Eurer

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