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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 3-4 (1856) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
12 (1856)
Issue
3-4 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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SS zu Alerandria immer noch ein großer Mangel geistigen Lebens herrscht, war ich doch dankbar, zu bemerken, daß außer einigen weinigen wahren Christen, sich ein größeres religiöses und kirchliches Interesse zeigt, als früher. In Cairo traf ich zwei Bischöfe verschiedener Kirchen, welche so entschieden christliche und schristgemäße Gesinnungen an den Tag legten, ja deren Einer so ausgeprägt protestantische Ansichten hatte, daß es mir dünkte, als gehörten wir derselben Kirche, demselben Meister an. Am angenehmsten überraschten mich aber die Reformen, welche der Patriarch der Kopten in seiner Kirche eingeführt hat, von denen ich mehr ins Einzelne gehend zu sprechen wünschte. In dem großen Schulhause oder Collegium, welches er gebaut hat, fand ich ungefähr 12V Schüler in 2 Klassen, in deren erster jeder Schüler eine Bibel oder ein Neues Testament vor sich hatte. Der erste Lehrer der oberen Klasse ist ein eingeborner Protestant. Der Patriarch besitzt zwei gute Freunde und Rathgeber in dem bejahrten armenischen Bischöfe und in Herrn Lieder von der kirchlichen Missions-Gesellschaft, er muß aber sehr sorgsam wachen, gegenüber den Jntriguen griechischer und römischer Hierarchen und einiger aus seinem eignen Volke. Von demJuden-Missionar (Herrn H. Reichardt), der nur kurze Zeit in Cairo gewesen, kann ich nur sagen, daß er die Bekanntschaft vieler Juden gemacht hat, welche Zutrauen zu ihm zu haben scheinen. Dies erhärtet die Thatsache, daß er eine Schule unterhielt mit etwa 38 netten jüdischen Knaben. Diese Anzahl stieg bald darauf auf 40. Eine andere Missions-Station in diesem Lande ist im Entstehen, welche ich wiederum dem Interesse aller Gläubigen zu empfehlen wünsche. Es ist dies die des ehrwürdigen F. Lyde unter den heidnischen Ansa riten in der Nähe von Latikii. Herr Lyde bestreitet alle seine persönlichen Ausgaben aus seinem Privatvermögen; aber für das Werk selbst bedarf er der Geldunterstützung. Unter Beihülfe besonders seiner persönlichen Freunde hat er ein Schulhaus errichtet, und unterstützt durch einen englischen und einen eingebornen Lehrer hat er schon angefangen, ritze ziemliche Anzahl ansaritischer Knaben zu unterrichten. Diese Schule nun, obgleich

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