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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 11-12 (1855) · page 35

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Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
11-12 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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199 denn die Insulaner hätten solchen Muth, daß sie sich lieber bis zum letzten Manne umbringen ließen, ehe sie sich unterwürfen, sondern einzig und allein durch das Wort Gottes und den Einfluß evangelischer Missionen." Nicht wahr, das ist eine deutsche Sprache, die Jeder verstehen kann, der seine Ohren nicht muthwillig verstopft und sein Herz verhärtet, und wir möchten besonders Herrn vr. Philippsohn fragen und alle diejenigen, welche mit ihm behaupten und uns Vorreden wollen, daß es das Judenthum sei, und zwar das Judenthum, wie es von ihnen aufgefaßt wird und in der Idee eines „Einzigeinigen Gottes" besteht, welches der Welt das Heil bringen soll und auch bringen werde, sie möchten wir fragen, wo und wann denn das Jüdenthum solche Siege errungen hat; wo und wann denn nicht nur einzelne Menschen, sondern ganze heidnische Völker durch das bloße Wort, durch die Predigt, von dem Heidenthume zu dem Jndenthume, von den stummen Götzen zu dem lebendigen Gotte bekehrt worden sind? Wir fragen aber auch zugleich alle ungläubigen Christen, alle, welche nichts von der Erlösung des Menschengeschlechts durch den blutigen Tod unsers Herrn Jesu Christi wissen wollen, sondern ebenso wie die neuern Juden ihre eigenen Heilande sein wollen, oder vielmehr den Juden in diesem Unglauben vorangegangen sind, denn das neuere Judenthum ist doch nichts Anderes, als der flache Rationalismus, der Unglaube des vorigen und dieses Jahrhunderts, wo sie solche Thaten aufzuweisen haben? Sie mögen uns dieselben zeigen, wenn sie können. Nein, nicht das Geschwätz von einem „Einzigeinigen Gotte", nicht das Geschwätz von Menschenwürde, daß ein Jeder sein eigener Heiland und der Schöpfer seines Heils für Zeit und Ewigkeit sein müsse und fein könne, vermag den Menschen oder ein ganzes Volk aus der tiefsten Erniedrigung und aus den Gräueln der Sünde zu erlösen und zu Gott zu erheben, das durch die Sünde entstellte Ebenbild Gottes in dem Menschen wieder zu erneuern und zu der wahren Civilisation zu führen; das vermag allein die Predigt des Evangeliums, wie uns das die vorstehende Mittheilung, ja wie uns das die ganze Geschichte lehrt. Wer das leugnen will, der mag sehen, wie er mit der Geschichte fertig wird, wie er aus ihr eine tabula rasa machen kann.

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