Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 11 (1855)
- Issue
- 5-6 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Verhältnisse eingetreten. Von den acht entlassenen Mädchen sind zwei Gouvernanten geworden, die eine in einer Familie, die andere in einer Schule. Vier sind in Dienst getreten, und zwei sind zu ihren Freunden zurückgekehrt. In dem Hebrerv College (der Anstalt zur Ausbildung von Missionaren) befinden sich fünf Studenten. Die Gesellschaft beschäftigt auf T5 Stationen in verschiedenen Ländern Europas, Asiens und Afrikas gegen 50 Missionare, außerdem eine Anzahl ColporteUre und Lehrer. Die Mission in Polen hat müssen aufgehoben werden, nachdem sie 33 Jahr bestanden hat. Die Missionare mußten auf Befehl der Regierung Anfang dieses Jahres Polen verlassen. Der Bericht spricht sich über dies traurige Ereigniß so aus: „Sie (die Mission) ist für die starke Bevölkerung von Juden in dieser isolirten Lage, und indirekter Weise auch für die Christen in Polen von großem Segen gewesen, ja wohl von größerem Segen, als man es hienieden ermessen kann. Für die Juden ist sie ein treues Zeugniß der Wahrheit Gottes gewesen, und das Mittel, Unwissenheit und Vorurtheile, besonders in Betreff der Erlösung, zu zerstreuen; sie hat in weitem Umfange einen Geist des Forschens unter den Juden erweckt und viele von ihnen in Aufrichtigkeit zum Christenthume geführt. Was die Christen betrifft, ist sie das Mittel gewesen, der englischen Gemeinde daselbst in ihren geistlichen Bedürfnissen zu dienen, die sonstwie eine Heerde oh^ Hirte gewesen sein würde; sie hat unter den Protestanten eine sehr große Anzahl heiliger und anderer religiöser Schriften verbreitet und neue Gemeinden begründen und sie mit gläubigen Pastoren besetzen helfen , von denen drei fromme Proselyten sind. Als Herr Prediger Becker zum letzten Male von der Wahrheit des Evangeliums Zeugniß ablegte, wozu ihm ganz unerwarteter und unvorhergesehener Weise Gelegenheit geboten wurde, wurden Viele bis zu Thränen gerührt und kamen nach dem Gottesdienste zu ihm, um ihm zu danken und herzlich Abschied von ihm zu nehmen. Als nun aber die Brüder Becker und West am 8. Februar auf den Bahnhof kamen, um mit ihren Familien Warschau zu verlassen, war die Scene ganz überwältigend. Haufen