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Dibre Emeth · 1855-01-01 · 1-2 (1855) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
11 (1855)
Issue
1-2 (1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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s einer Weisheit, die den Glauben ärmer und die Vernunft nicht reicher macht. Leute, die den leichtfertigen Griechen zu vergleichen sind, Leute, welche über alles schreiben, über alles sprechen, alles verstehen, nur nicht die Weisheit aus Gott, mögen besonders unsre Erzählung lesen, auf daß sie angeregt werden, die Spuren der Gnade des treuen Heilandes aufzusuchen, und in den wunderbaren Fügungen des Herrn zu erkennen, wie Gott selbst denen, die nicht nach ihm forschen und fragen, allerwege zuruft: Hier bin ich! Die Zeit, in der vr. Frommann durch die Gnade deö Herrn von der Finsterniß zum Lichte des Evangeliums gebracht wurde, ist etwa um daS Jahr 1728. Roch ehe wir zu unsrer Aufgabe selbst übergehen, wird es gut sein, uns in kurzen Zügen die damalige Zeit vor die Augen zu führe») eine Zeit, in der wir viele Kräfte verbunden sehen, den Samen für das Reich Gottes auszustreuen. Der 38jährige Krieg hatte unser deutsches Vaterland in jeder Hinsicht verödet; das Morgenroth der Reformation, welches so mächtig einen so schönen Tag des Herrn verkündete, war verschwunden, und unfruchtbare Streitigkeiten zerstörten jeden Samen für Gottes Reich. Die Kanzeln, von welchen die Friedensworte des Evangeliums hätten ertönen sollen, waren Orte des Streites und der Verketzerung geworden. Wer mitten in dieser Verwirrung hatte Gott einen Mann erweckt, der mit Glauben und Liehe zum Herrn reich begabt war und einen unberechenbaren Einfluß auf seine Zeit ausübte. Wir meinen Ph. I. Spener. Da er sah, wie traurig es mit dem Studium der heiligen Schrift stand, so wirkte er einen Befehl beim Churfürsten von Sachsen aus, wonach auf den Universitäten ein oder das andere Buch der heiligen Schrift erklärt werden sollte. So sah es auf den Universitäten aus. Die Vorlesungen der damaligen theologischen Professoren bestanden nur in Polemik, Dogmatik, Philosophie und Homiletik. Doch dabei bsieb Spener nicht stehen. In Verbindung mit seinen Freunden in Halle, unter denen besonders H. A. Franke zu nennen ist, richteten sie überall dse sogenannten Collegia pietatis, welche in deutscher Sprache gehalten wurden, ein. Außerordentlich groß war der Zudrang zu denselben von Leuten

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