Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 3-4 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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40 Herr Consistorial-Rath Gaupp die Kanzel/ welcher die Predigt übernommen hatte. Zum Texte hatte er aus dem ISS. Psalm den 6. Vers genommen: „Wünschet Jerusalem Glück; es müsse wohl gehen denen, die dich lieben," und sprach über die Bedeutung dieser Worte, zuerst im alttestamentlichen, und dann im neutestamentlichen Sinne. In welcher Weise diese beiden Hauptgedanken ausgeführt wurden, darauf können wir hier nicht weiter eingehen; alle, welche jemals Gelegenheit gehabt haben, den theuren und würdigen Gottesmann zu hören, werden uns gern glauben, wenn wir sagen, daß es in gewohnter Meisterschaft, mit Bestimmtheit und Klarheit der Gedanken und in echt biblischem Geiste geschah. Aber einen Gedanken aus dem zweiten Theile seiner Predigt, den der Redner selbst stark betonte, hervorzuheben und allen, welchen diese Blätter zu Gesichte kommen, besonders aber den Verkündigern des Wortes Gottes zur ernsten Erwägung ans Herz zu legen, können wir nicht unterlassen. Es ist der: Wir sind große Schuldner Israels; denn unser Heil kommt von den Juden, Christus, unser Heiland, war selbst ein Jude nach dem Fleisch, darum ist es unsere heilige Pflicht, ihnen wieder zurück zu erstatten, was wir von ihnen empfangen haben, nämlich das theure Evangelium von der Gnade Gottes in Christo Jesu. Unsere Arbeit kann auch nicht ^vergebens sein, denn Israel hat die -Verheißung, daß es sich noch einst bekehren werde, wie die Schrift sagt: Die Kinder Israels werden lange Zeit'ohne König,. ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Leibrock und ohne Heiligthum bleiben. Darnach werden sich die Kinder Israels bekehren und den Herrn ihren Gott, und ihren König David suchen; und werden den Herrn und seine Gnade ehren in der letzten Zeit." Und: „wenn die Fülle der Heiden eingegangen sein wird, dann soll ganz Israel selig werden." Zu diesem heiligen Werke können wir aber nur tüchtig werden, wenn wir den „unnanatürlichen Widerwillen" gegen Israel bekämpfen und besiegen, unnatürlich, weil ja eben Christus selbst seiner menschlichen Natur nach ein Jude war, und das Volk Israel nicht von Gott völlig verworfen ist, sondern die Verheißung hat, von Gott einst wieder