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Dibre Emeth · 1854-01-01 · 3-4 (1854) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
10 (1854)
Issue
3-4 (1854)
Date
1854-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 für sich selbst, und Jeder muß cs erkennen, der das gemeinsame christliche Grundgefühl nicht verleugnet, sondern Auge, Ohr und Herz für Wahrheit, Gerechtigkeit und Christenthum überhaupt offen behält. Gott helfe noch Vielen dazu in dieser versuchungsvollen Zeit! — Die Zeitverhältnisse und die zunehmende Verwirrung fordern dazu auf, die Sache ernstlich, vom christlichen Standpunkte aus zu erwägen, wie sehr sich auch die liberale Partei bemüht, sie im falschen Lichte darzustellen. Uebrigens sprechen bereits die Thatsachen immer deutlicher. Gott lenke alles zur Förderung seines Reiches, und so zum wahren, dauerhaften Frieden. (Wir müssen hier die Bemerkung hinzufügen, daß wir unbeschadet unseres christlichen Gewissens mit dem theuern Bruder in der orientalischen Frage durchaus nicht übereinstimmen können. Und was die Verfolgungen betrifft, so möchten wir ihn auf den nachfolgenden Brief des theuern Bischofs Gobat verweisen, woraus er ersehen kann, daß die Protestanten gerade von dem Muhamedanismus gegen die Verfolgungen von Seiten der griechischen Kirche geschützt werden. Auch möchten wir ihn an die Waldenser, die Bluthochzeit, die spanische Inquisition, die Dragonaden in Schlesien, und in neuerer Zeit an die Madiais und andere erinnern. Zwar würde wohl in Rußland Niemand enthauptet werden, wenn er zu der -Erkenntniß gelangte, der evangelische Glaube sei der wahre und dann von der griechischen Kirche zur protestantischen übertrete; aber würde er nicht nach Sybirien geschickt werden? Wir wissen es nicht; nur das wissen wir, daß nach den Russischen Gesetzen Niemand einen solchen Schritt thun darf. Uebrigens ist es bekannt, daß gerade gegenwärtig die protestantische Kirche in der Türkei die vollste Freiheit und den sichersten Schutz genießt. Ob das noch also sein würde, wenn die Türkei unter die Herrschaft Rußlands käme, das weiß Gott allein. Doch wollten wir den theuern Bruder auch seine Meinung aussprechen lassen, und gaben daher seinen Aufsatz unverkürzt.)

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