Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 1-2 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Mehr aber noch, als durch diese pomphaften Sendschreiben der Verkündigung der baldigen Ankunft des Messias, suchte Nathan dieGemüther dßr Armen und Dürftigen durch Geldunterstützungen, die er ihnen gewährte, für sich zu gewinnen. Alle arbeitsscheuen Leute, oder solche, denen es an Arbeit und Verdienst fehlte, liefen in großen. Schaaren zu ihm, und bei dem Empfang von Geldspenden riefen sie laut: „wahrlich du bist der Gesandte des Messias." Nächst diesen vertheilten Almosen suchten seine Anhänger allerlei Fabeln und Märchen von der Größe des erschienenen Messias , von seinen bereits erfochtenen Siegen zu verbreiten. So streuten sie ein Gerücht aus, daß der Pascha zu Jerusalem und der zu Gaza dem Propheten Nathan voller Ehrfurcht die Hände geküßt hätten, und daß ein gewisser Jerobeam mit sehr glücklichem Erfolge die Juden zum Aufstande ermuntert, die Städte Sidon und Mena mit Gewalt erobert und dreißigtausend Türken totäl geschlagen habe. Diese fabelhaften Nachrichten wirkten elektrisch auf die erhitzten Gemüther der Juden. Jeder brachte sein Gold, sein Silber, seine Edelsteine und seine ganze Habe und legte dies Alles zu den Füßen des Sabbathai nieder, so daß in kurzer Zeit die Reichthümer aller Juden in Smyrna in seinem Besitze waren. Kein Geschäft, keine Arbeit wurde von nun an von den Juden unternommen; jeder verkaufte alle seine Sachen um einen Spottpreis. Körperliche Züchtigung und der große Bann waren dem beschieden, der es unternahm, Geld auf Wucher zu verleihen. Aus Furcht vor dem Richterftuhl deS Messias, etwa nicht rein und keusch befunden zu werden, heirathete Jeglicher, ohne lange zu wählen; weder auf Geburt noch auf Familie oder Reichthum und körperliche Vorzüge wurde bei diesen Heirathen Rücksicht genommen. In Smyrna erschien Sabbathai selbst beiden Hochzeits- und Beschneidungsfeierlichkeiten, um sie durch seine- Gegenwart zu verherrlichen. Die Straßen, durch welche er zog, wurden mit den kostbarsten Teppichen belegt. Nunmehr trat er öffentlich auf und erklärte.sich ganz unumwunden für den Sohn Gottes, und schrieb bei dieser'Gelegenheit einen messranischen Hirtenbrief an alle Juden in der ganzen Welt, der also lautete: „Der einzige und älteste Sohn Gottes, Sabbathai Zebi,