Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 2 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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18 rende Stellung der Aktivität den Geistlichen gegenüber nahe gebracht wird. - Einkurzer Zwischengesang leitete zur Predigt über, welche von DiäconuSWeiß über Jef. 33, SV gehalten wurde: „ Schaue, Zion, die Stadt unseres Stifts." Mit gewohnter Meisterschaft wußte derselbe in schwunghafter Rede auf Grund dieses Tertes die evangelischen Stiftungen in Jerusalem darzustellen: 1. als ein Gnadenzeichen des Herrn, das zum Lobe Gottes auffordere; 2. als ein Siegeszeichen des Evangeliums, das den Glauben stärke, und 3. als ein Mahnzeichen für das eigne Herz, das zur Prüfung auffordere. Eine glückliche Tertwahl! — Drängt nicht heute nach Verlauf vieler Jahrhunderte die Entwickelung der Geschichte nach Jerusalem zurück? In der Stadt, von der einst das Licht des Evangeliums für aye Völker ausging und die es doch selbst so lange entbehren mußte, tönt heute die Predigt des lautern Wortes, wird heute in schriftgemäßer Weise die Feier des heiligen Sakraments begangen. Die evangelischen Christen, solange den Anfeindungen der Confefstons- Verwandten oder der Nicht-Christen bloßgestellt, sind fortan unter dem Schutze eines eignen Bischofs nicht bloß zum Genüsse ungehinderter Religionsübung gelangt, sondern auch in den Stand gesetzt, allen denen rechtlichen Beistand zu leisten, welche von den übrigen christlichen Confesstonen oder den Juden zum Bekenntniß der evangelischen Heilswahrheit überzugehen geneigt sind. — Jerusalem ist wieder eine Stadt, ein Stift des Herrn geworden, auf Zion hat der Allmächtige wieder sein Panier aufpflanzen lassen, um die Völker des Morgenlandes aus ihrem Todesschlummer zu wecken und die herrlichen Weissagungen in Mose und den Propheten ihrer Erfüllung entgegenzuführen. — Die Zeit drängt ihrem Ende entgegen, und Jemsalem, das lange in Sack und Asche gelegen, bereitet sich vor, seine ftühere Stellung, als Mittelpunkt der wahren Gottesverehrung wieder einzunehmen. — Sollte es darum nicht an der Zeit sein, dieses Fest der Bisthumsstiftung in Jerusalem aller Orts zu feiern? Werden dadurch nicht Aller Blicke mehr von dem beschränkten Kreise des alltäglichen Dorf- und Stadt-Lebens abgezogen und auf den Entwickelungsgang des