Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 12 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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185 jüdischen Leser wegen mit, indein.es uns Wohl bekannt ist, wie gern die Juden im Neuen Testamente Widersprüche aufsuchen und zu finden meine», während sie durchaus nicht zugeben wollen, daß man solche auch im Alten Testamente finden können Was Herr Prediger Ewald aber in der folgenden Stelle sagt, möchten wir unfern christlichen Lesern recht dringend ans Herz legen, und sie eben so dringend bitten, das Wort Gottes Alten und Neuen Testaments unter Israel zu verbreiten zu suchen. In demselben Maße, in welchem sich die Kenntniß der hebräischen Sprache unter Israel verliert, nimmt auch die Kenntniß der Bibel ab, und selbst auch bei den alten Juden, welche eine vortreffliche Kenntniß des Hebräischen und des Talmuds haben, findet sich oft eine fast unglaubliche Unkenntniß der Schrift, besonders der prophetischen Bücher. In unser» Unterredungen mit Juden haben wir gar oft dieselbe Erfahrung gemacht, wie Herr Prediger Ewald, daß sie uns nämlich nicht haben glauben wollen, es stände die eine oderdie andere Stelle im Alten Testamente, wenn wir ste anführten, und das waren nicht etwa unwissende Juden, sondern solche, die wohl die fünf Bücher Moses und die Psalmen fast auswendig konnten. Wem daher das Heil Israels wirklich am Herzen liegt, der wird es auch, er sei Jude oder Christ, für eine seiner ersten Pflichten halten müssen, daß das Wort Gottes unter diesem Volke recht bekannt werde. Herr Prediger Ewald fährt nun in seinem Tagebuche fort: Bei Vertheilung von Traktaten sehen wir uns oft genöthigt diejenigen, welche sie lesen, auch mit einer Bibel zu versehen, denn wie können sie ohne die Bibel die Stellen nachschlagen, welche in den Traktaten angeführt werden? und wie können sie ohne die Bibel urtheilen, ob die Stellen auch richtig angeführt und übersetzt sind? OhlOdie Bibel ist irgend ein Traktat für Hunderte, ja für Tausende von Juden ein versiegeltes Buch, von welchem sie nichts verstehen. Es ist aus biblischer Unkenntniß, daß die Mehrheit meiner Brüder so bitter, so feindselig, so gleichgültig gegen Jesum sind. Wie wenige, wie sehr wenige von den Zehntausenden von Juden, welche in dieser Weltstadt wohnen, haben die Bibel ganz gelesen! Wir müssen ihnen Moses und die Propheten geben, damit sie aus denselben die Person,