Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 5 (5.1848)
- Date
- 1848-05-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554584-2554590--00796-2556600- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
87 Stimme zu allen denen zu gesellen, die von allen Seiten ertönen, Avd Epch die Gefühle auszudrücken von denen , unsere Seele überströmt und die alle Herzen der wahrhaften Israeliten mit Freude erfüllen. Ewigen Ruhm dem Gott der Heerschaaren! Zn Seinen Hände« hat Er das Wohl der Völker; Er ,allein kann Wunder schaffen! Ein Tag war genug, und der göttliche Wille, der sich durch den Willen eines Volkes kund gab, verkündigte der Menschheit unverjährbare Rechte und machte die Fahne der allgemeinen Bruderliebetriumphireu. n Zstaeliten! die Fahne, die heute auf dem großen Nationalschilde der französischen Republik wallet, erkennet Ihr sie? Es ist die Heilige Standarle, die der Ewige, inmitten der Blitze des Sinai, Mosen einst anvertraute; es ist das Symbol der Rechte der Menschheit, welche unsere Propheten muthig verkündigten, inmitten eines Volkes, das unter den Despotismus seinen Nacken beugte: es ist die nämliche Fahne, die her Messias einst rinpfianzen soll, unter allen Völkernder Erde! Seht wie sie heute von dem Ewigen den Händen des französischen Volkes anvertraut wurde, das am würdigsten ist sie zu tragen, am geeignetsten sie zu erhalten, um sie her zu versammeln die ganze Familie der Nationen, und in naher Zukunft vor den Augen der Welt diese drei ewigen Wahrheiten glänzen zu lassen: Freiheit, Gleichheit, Bruderliebe! Lasset uns frohlocken, Kinder Israels! das verheißene Reich nahet! Lasset uns mit dem Propheten ausrufen: Wir haben Alle nur Einen Vater! Ein einiger Gott hat uns erschaffen! (Maleächi 2, 10.) Israeliten des Elsasses? Als zum ersten Male die Stunde der Emancipation für uns schlug, schütteltet Ihr alsobald das jZoch eines hundertjährigen Druckes ab; wie durch Zauberschlag habt Ihr abgestreift die Lappen einer traurigen Vergangenheit, und sryd wieder kräftig geworden und jugendlich, voller Much und voller Hoffnung! Viele unter Euch haben schon rühmlich dem Baterlande ihre Schuld abgetragen, indem sie Frankreich durch ihre Ergebenheit dienten und es ehrten durch ihre Tugenden! Heute, da die letzten Schranken der gesellschaftlichen Ungleichheit gefallen sind, heute, da die Gesellschaft von ihren Mitgliedern nur noch die,Mitwirkung ihrer Arbeit und ihres persönlichen Verdienstes verlangt, heute ist es an Euch, vielgeliebte Brüder, den Eifer und die Ergebenheit zu verdoppeln, und der Welr zu beweisen, daß Ihr das Wort nicht vergessen habt, welches Gott selbst zu dem ersten Sterblichen sagte: Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brvd essen. (Genesis 3, Ist.)