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Dibre Emeth · 1848-01-01 · 1 (1.1848) · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
4 (1848)
Issue
1 (1.1848)
Date
1848-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2 relne Glieder sind Christo nicht unterthan, lassen sich von ihm nicht leiten und regieren, wenn sie nicht das Heil und Wohl aller Menschen und besonders das des Volkes Israel suchen; der Leib mit seinen Gliedern ist krank und darum kann es keinem vollkommen Wohlergehen. Wie wenig nun aber die Kirche, ja wie wenig selbst' einzelne Gsieder derselben das Heil Israels und den Frieden Jerusalems suchen, bedarf kaum einer Erwähnung. Zwar wollen wir es mit Dank anerkennen, daß sich von Zeit zu Zeit eine kräftige Stimme dafür vernehmen läßt, die denn auch nicht ganz vergebens verhallt, sondern sich in das Herz dieses und jenes Kindes Gottes Eingang zu verschaffen weiß; allein es sind und bleiben bisher doch immer nur einzelne Stimmen und einzelne empfängliche Ohren und Herzen für diese Stimmen, und wie es scheint, wird es noch lange dauern, ehe die Kirche als solche oder auch nur eine bedeutende Anzahl lebendiger Glieder in ihr die Schuld und Pflicht gegen Israel erkennen und sich beider entledigen wird. Wir sagen Schuld und Pflicht; denn unser Heil kommt von den Juden, durch sie und von ihnen haben wir das Wort Gottes erhalten, das uns den Weg zur Seligkeit lehrt. Dafür sind wir ihnen Dank und Liebe schuldig in der That und Wahrheit. Aber, was hat die Christenheit bisher gethan? Statt ihnen Dank und Liebe zu zahlen, hat sie sich über sie erhoben, sie in jeglicher Weise verhöhnt und verspottet, ja oft aufs grausamste verfolgt und dadurch ihre Schuld ins Ungeheure vermehrt. Welch' eine größere Pflicht könnte uns und einem jeden einzelnen Christen nun wohl obliegen, als darauf hinzuarbeiten, daß diese Schuld nun bald einmal abgetragen und getilgt werde. Das aber kann nur dadurch geschehen, daß wir das wahre Wohlergehen Israels suchen, das heißt, daß wir den Juden das Heil verkündigen und sie zu demselben zu führen suchen, das uns von ihnen gekommen ist. Zur Erfüllung dieser Pflicht fordern uns überdies noch zwei besondere Umstände auf. Zunächst die traurige Lage, in der sich das arme Volk in religiöser Beziehung beflndet. Es ist in der That jammervoll mit anzusehen, wie es in jeglicher Weise irre geführt wird und seine heiligsten Interessen mit Füßen

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