Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 8 (August 1846)
- Date
- 1846-08-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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129 tett Testaments durch bet» Messias angerichtet werden sollte? Ein Reich soll er gründen, ein Gottesreich, dessen Unterthanen alle Menschen sind. Ist dies Reich durch Christum gegründet worden? Ist etwa das Christenthum dieses Reich?—Wo ist Gottes Reich? fragen wir. Da, wo Gott erkannt, wo an ihn geglaubt, wo er verehrt wird. Wird Gott von uns Christen nicht erkannt? Habm wir Christen einen andern Gott als Israel hat? Das Christenthum bekennt, der Gott, der Abraham, Zsaak und Zakob sich geoffenbaret, der durch Mosen und die Propheten geredet hat, ist der allein wahre einige Gott, was der Mensch außer ihm göttlich verehrt, ist Götze, und die Verehrung, die diesem erwiesen wird, Götzendienst. Erfüllt ist im Christenthum, was Jeremias in den oben angeführten Worten vorherverkündigt. Wir Christen haben keine Bundeslade, die steinerne Gesetztafeln enthielte; denn das Gesetz des neuen Bundes ist mit dem Griffel des Geistes Gottes in unser Herz geschrieben. Wir haben keinen sichtbaren Gnadenthron, wohl aber Christum, in welchem Gott sich uns als Vater entbietet. Wir haben kein irdisches Kanaan, wohl aber eine Heimath des Friedens, von welcher jenes Land ein Vorbild war. Wir haben kein irdisches Jerusalem, wohl aber eine Stadt von Gott erbaut, die ewig ist und im Himmel. Das Christenthum bietet dar und giebt, was nach dem alten Testament im Reiche des Messias genossen werden soll, Gerechtigkeit, Seelenftirden und Kraft. Und die Wahrheit seines Glaubens trägt der Christ hinaus in die Heidenwelt, damit auch diese erleuchtet werde zum Leben, und auch Israel bringt er die ftohe Kunde des Heils, damit es gerecht und selig werde. Da nun dies Alles uns durch Christum geworden, da in Jesu, der dem Abraham verheissene Segen über die Erde gekommen ist, so sagen wir, Jesus ist der verheißene Messias, durch seine Erscheinung ist das Zudenthum aufgehoben. Daß es dessen ungeachtet noch fortbesteht, ist ein thatsächliches Zeugniß von dem Unglauben seiner Bekenner an Moses und die Propheten. Glaubte Israel den Schriften Moses und den Propheten, so würde es auch an Christum glauben; denn in jenen Schriften ist von ihm die Rede. Die Ansicht der Zu-