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Nahalat tsevi · 1936-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1936) · p. Seite 302

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 10-12 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
Seite 302 (sequence 48)
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302 zur Verhütung ähnlicher Vorfälle jetzt folgende 4 Punkte in den Schulen publiciert werden: 1.) ״Daß das Studium allein vom Oberrabbiner dependiere, 2.) daß keiner in privato docieren und Studenten an fidi ziehen dürfe, 3.) daß kein jüdifcher Student oder Praeceptor ohne Erlaubnis des Oberrabbiners eingenommen werden darf, 4.) die Infolenzien verübenden oder wider den Oberrabbiner ungebührend fich aufführenden Studenten von allhiefigen jüdifchen Studien abgefdiafft, in der Gemeinde nicht geduldet werden follen״. Auch fonft hat es R. David O. an Schwierigkeiten nicht gefehlt. Die damalige Zeit trug viel Gärungsftoff in fich. Der שנתי צבי Streit hat trotz des kläglichen Endes des Pfeudomeffias noch immer die Gemüter in Bann gehalten. Es gehörte in jener Zeit nicht viel dazu, in den Verdacht zu kommen, zu den Anhängern des Sabbathianismus zu gehören. Und fo ift auch R. David O. von diefem Verdacht nicht verfchont geblieben. Anlaß hierzu gab der Umftand, daß er den fabbaihäifchen Sendboten Nehemia Chajun materiell gefördert hat. Lieben (S. 18) meint, R. David O. fei hierbei ein Opfer feiner Gutmütigkeit und feines großen Intereffes für Bücher und Literatur geworden. Chajun, der aus dem Orient kam, konnte ihm bei dem Erwerb feltener Bücher behilflich fein. Audi ein anderes Moment, das gegen ihn angeführt wird, daß nämlich der am 1725 יום כפור in allen Prager Synagogen verlefene Bannfluch gegen die Sabbathianer die Unterfchrift R. Jonathan Eibenfchütz, des damaligen Rabbinatsaffeffors trägt, nicht aber die des R. David O., findet darin feine Erklärung, daß er damals nicht in Prag gewefen ift. Was umfo wahrfcheinlicher ift, da wir doch wiffen, daß R. David O. häufig für längere Zeit abwefend von Prag gewefen ift. Viel Verdruß bereitete ihm ein Prozeß, den er in feiner Eigenfchaft als נשיא ארץ ישראל zu führen hatte und der fich viele Jahre hinzog. Seine Gelehrfamkeit, feine hohe Stellung, befonders aber feine Wohltätigkeit hatten ihm den Titel und damit die Sorgen des נשיא ארץ ישראל eingetragen. Durch die Beziehungen feiner Verwandten zum Wiener Hofe konnte er auch fo manches für die Armen des heiligen Landes tun. Nun foilte er in feiner Eigenfchaft als נשיא ארץ ישראל einer obfcuren Perfönlichkeit, einem gewiffen ״Rabbi Jakob Simon Toff", der fich fpäter taufen ließ, einen Betrag von 300 Dukaten zurückzahlen, den diefer gelegentlich feines Aufenthaltes in Jerufalem der dortigen bedrängten Gemeinde vorgeftreckt hatte. Der leidige Prozeß dauerte mehrere Jahre und

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