Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 7-8 (März 1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 167 (sequence 13)
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eigenen Söhnen erst um Anerkennung, um völlige Verwirklichung sich einsetzen soll, so darf diese überaus berechtigte Empfindung nicht zur Verzweiflung und nicht zu tatenloser Preisgabe der natürlichen Zukunftsentwicklung führen. Die Thoragemeinden als solche freilich vertragen keine Zweideutigkeit und vertragen keine Verdunkelung ihres Wesens. Sind aber sie und mit ihnen die Thora selber verfassungsmäßig vor diesen Gefahren geschützt, so mögen sie in Symbiose mit Politik und Wirtschaft und auch mit den von der Thora abgeirrten Vertretern der politischen und wirtschaftlichen Kräfte, wie sie nun einmal vorhanden sind, konfrontiert werden, um gerade in der Auseinandersetzung mit ihnen ihren eigenen Rahmen und ihre eigenen Kräfte zu vergrößern, die Menschenherzen, in thoralose Politik und Wirtschaft verstrickt, der lebenzugewandten und lebengestaltenden Thora zu gewinnen und einen nationalen Thorawillen auch für Politik und Wirtschaft zu erzeugen. Denn nichts wäre verhängnisvoller für die ganze Zukunft des Nationalheims, als — Trennung von Staat und Kirche, deutlicher gesagt: Trennung der Thoragemeinden von Politik und Wirtschaft. Die Galuthverarmung der Thora, eingeschränkt im wesentlichen auf Orach Chajim und Jore Deah, darf im Nationalheim keine Fortsetzung finden. Niemals dürfen die Thoratreuen zu ungunsten der Thora auf Politik und Wirtschaft Verzieht leisten. Eine doppelte Wirtschaft aber und selbst eine doppelte Politik im Nationalheim ist auf die Dauer die gefährlichste aller Utopien. Nur Symbiose, die jedem Lebensbetrieb die Gesetze seines Lebens wahrt, kann in dieser grenzenlosen Verstrickung einen Ausweg zeigen. Ist die Zeit für diesen Weg reif? VI. Unermeßlich segensreich könnten die Folgen sein, wenn meine Skizze nicht nur ein Traum bliebe. In Form der Symbiose wäre im Heiligen Lande die Einheit, wie sie heute überhaupt noch möglich ist, hergestellt. Kenesseth Jißrael würde in der Tat das gesamte jüdische Volk des Heiligen Landes zusammenfassen und repräsentieren. An Stelle von Zank und Hader träte der Kampf der Geister, in höchstem Maße fruchtbar, wenn auf allen Seiten in Reinheit, in Sachlichkeit und vor allem in Ehrlichkeit geführt. Die Vorbedingungen hierzu wären geschaffen, weil Kenesseth Jißrael, wie ich sie herbeisehne, die lebendigen Kräfte un-