Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 7-8 (April 1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 170 (sequence 8)
- Belongs to
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der Thora anerkennt. Die Orthodoxie ist diesen Weg nicht ge• gangen. Die Orthodoxie hat sich dem Zionismus fern gehalten. Sie hat den Zionismus bekämpft, weil in ihm das Verhältnis der Thauro zum jüdischen Volke konstruktiv falsch war, weil der Zionismus die Trennung des jüdischen Volkes von der Herrschaft der Thora vorgenommen hat. Die Orthodoxie hat den Zionismus bekämpft. Sie wird ihn auch weiter bekämpfen müssen. Sie wird den Weg des Misrachi nicht gehen können selbst nach Eintritt der vom Misrach niemals vorausgesehenen geschichtlichen Entwicklung. Aber auch die Orthodoxie wird vor den Tatsachen der Gegenwart nicht vorübergehen können. Welches sind denn diese Tatsachen? Unsere Väter haben sich die Entwicklung in Erez Jisroel anders vorgestellt, als sie tatsächlich gekommen ist. Nie und nimmer haben unsere Väter, das wissen wir alle, ihre Beziehung zu unserem Lande etwa gelöst. Mit Opfern sondersgleichen haben sie immer wieder dafür Sorge getragen, daß aus der Gola Menschen und Menschengruppen in das jüdische Land gekommen sind, um mitünterhalt von der Gola im jüdischenLande ein Leben der Reinheit, ein Leben der Heiligkeit zu führen, um zu lehren und zu lernen und lehrend und lernend die Ankunft des Moschiach zu erwarten. Durch diese immerwährende Beziehung der Gola ist ja gerade in Erez Jisroel jener Kreis entstanden, den man gemeinhin mit dem Namen des alten Jischuw zusammenfaßt, wenn auch diese Bezeichnung insoweit nicht ganz zutrifft, als der alte Jischuw sich nicht einheitlich darstellt. Immerhin, in unserem Lande wuchs eine Generation empor, die den Aufgaben, die die Gola ihr gestellt hatte, vollkommen entsprach, die ein Leben lebte, abgezogen von einer Welt, die an den Schwellen unseres Landes Halt machte. Aber die Vorsehung hat es anders bestimmt. Die Vorstellung unserer Vorfahren, als ob die Dinge sich so gestalten würden, daß auf einmal das uns verheißene Glück uns zuteil werde, diese Vorstellung, als ob auf einmal und gleichzeitig der Bann sich lösen werde, der über dem Lande und über dem Volk liegt, diese Vorstellung unserer Väter scheint sich nach den Erfahrungen der Gegenwart nicht zu erfüllen. Das Leben ist in Erez-Israel gewissermaßen hereingebrochen, uud wir sehen, daß die Entwicklung eine andere ist, daß Erez* Israel allmählich in sicherem Schritte dem Leben wiedergewonnen wird, noch ehe die Erlösung kommt, und diesem Leben, das in Erez-Israel neu entsteht, diesem Leben freilich steht einstweilen der sogenannte alte Jischuw ohne rechten inneren Zusammenhang gegenüber.