Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 6-7 (März 1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 218 (sequence 50)
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215 lästina, der damit begründet wird, daß die berufliche Vorbereitung zurückzutreten habe gegenüber derWehrvorbereitung. Die Aufrufe des Brith Trumpeldor sprechen mit keinem Worte von chaluzischer Pionierarbeit,;wohl aber von Verteidigung Palästinas zu Lande, zu Wasser und ״in Zukunft auch: in der Luft“. Und man versteht umgekehrt, wie »..er Kampf der chaluzisch eingestellten zionistischen Jugendbünde gegen den Brith Trumpeldor immer leidenschaftlicher geführt wird und seinen beredten Ausdruck besonders in den Organen des Brith Haolim findet. Aber ein anderes Merkmal kommt noch hinzu zur Charakteristik dieses jüdischen Faschismus: Der unstillbare Durst nach Macht, der in bombastisch en Ausdrücken schweigt!und Erträumtes und bloß Erdachtes schon als Erlebnisinhalt betrachtet. Das ist auch — psychologisch gesehen — der tiefere Grund, weshalb seit neuestem so viel jugendliche Menschen dem Brith Trumpeidor Zuströmen, der laut und geschickt — als einziger von allen Jugendbünden — die Werbetrommel rührt. Es ist nicht nur die Unkompliziertheit, die Simplizität seiner gedanklichen Grundlagen. Es ist die Spekulation auf die Minderwertigkeitsgefühle der Jugend als Altersstufe, indem man ihr sagt, daß sie eine neue Rasse sei, die die neue Weltanschauung des ״Betharismus“ trage, daß es ihr Recht sei, zu handeln und nicht zu überlegen. Es ist weiter die Spekulation auf die Rassenminderwertigkeitskomplexe der jüdischen Jugend, der man die Möglichkeit gibt,!durch Krafüneiertum und demonstrativ militärische Disziplin, die stets nach einem Zuschauer schielt, solche Komplexe abzureagieren. V. Das alles klingt hart, muß aber einmal gesagt werden, wenn man berücksichtigt, mit welchen Mitteln man die Jugend in den Trumpeldor zu keilen versucht. In Berlin;besteht seit ca. 1V3 Jahren ein vom Brith Trumpeldor errichtetes Cheder, in das ganz ahnungslos die ostjüdisehen Eltern ihre Kinder schicken, nicht wissend, daß dieses Cheder — )man möchte fast sagen — ein jesuitisches Mittel ist, die :Jugend den alten Inhalten des Judentums zu entfremden und dafür ein Surrogat zu verabreichen, das seinen wesentliehen Inhalt aus dem Nationalismus der Gegenwart bezieht.