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Nahalat tsevi · 1932-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1932) · p. Seite 55

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 55 (sequence 57)
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55 haft verwandt. Vielleicht!sprechen wir einmal darüber später, wenn Sie — überhaupt nochmals zu mir kommen. Alfred: Ach Herr Doktor, warum reden Sie so zu mir? Wenn Sie wüßten, wie ich Ihnen danke, daß Sie sich mit mir so!sachlich einlassen, mich so — so voll nehmen. Sie haben die Jugend wohl gern? Bernheim: Leidenschaftlich gern. Ich könnte ohne sie nicht leben. Vielleicht brauche ich sie mehr, als sie mich.- Alfred: Herr Doktor, darf ich weiter fragen? Bernheim: Bitte sehr, irnein Junge. Alfred: Als Samson Raphael Hirsch nach schweren Kämpfen hierher berufen wurde, gab es da in Ihrer Gemeinde keinen konservativen Rabbiner? Bernheim: Nein. Ich sagte Ihnen bereits: alles hatte der liberale Vorstand vernichtet. Alfred: Wer war der letzte thoratreue Rabbiner der Gemeinde? Bernheim: Rabbi Salomo Trier. Alfred: War die Gemeinde bereits zu seiner Amtszeit thorawidrig? Bernheim: Als er in hohem Alter stand, setzte der Vorstand neben ihn einen liberalen Rabbiner ein, der eine Synagoge mit thorawidrigem Ritus leiten Sollte. Alfred: Und Trier? Bernheim : Er legte sein Amt nieder. Alfred: Weshalb? Mutete man ihm wohl zu, der Synagoge mit thorawidrigem Ritus lauch seinerseits vorzustehn? Bernheim: Das wohl nicht. Aber — hm, hin — Alfred: Aber? Bernheim: Sie kennen die Kunst des Fragens. — Ich will es Ihnen sagen. Rabbi Salomo Trier wollte einen liberalen Amtsbruder :neben sich nicht dulden. Alfred:-— — Bernheim: Was sehen Sie mich so an? Alfred: Herr Doktor, Herr Doktor — — und Sie? Bernheim: Tja. Darauf war ich gefaßt. Alfred: Eingegraben ist der Name des Rabbi Salomo Trier in die Metageschichte unseres Volkes, gleich tdem Namen seines!großen Nachfolgers. Trier und Hirsch: der Märtyrer des Staatsvolks :und der Held des Staatsvolks! Bernhejm: Sie können recht haben. —•

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