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Nahalat tsevi · 1932-08-01 · Heft 11-12 (August 1932) · p. Seite 344

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 11-12 (August 1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 344 (sequence 26)
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344 Himmel bahnen, damit sie Gott in seinem ureigensten Gebiet bekämpfen können. Und iseit dieser Zeit ist die Sprachverwirrung in die Welt gekommen, ״daß der eine Mensch die Sprache seines Nächsten nicht versteht“. Die ״Herrenmenschen“ von Babylon waren scheinbar von der Rasse der ״Blonden Bestie“. Wer für sein Leben die Parole: ״w i r wollen uns einen Namen machen“ erwählt, der kann sich nicht Gott unterordnen, für den alle Menschen gleich׳ sind. Und es zeugt für den tiefen Blick der altjüdischen Weisen, wenn sie in ihrer Sprache sagen, daß der Berg deshalb den Namen ״Sinai“ erhielt, weil von dort aus der Haß in die Welt gekommen ist. Die Menschen können es nicht verschmerzen, daß Gott durch seine Offenbarung sie endgültig entthront hat. Denn was bedeutet schließlieh dieses Toben und dieses Sichaufbäumen der abgesetzten Herren? Der im Himmel thront lacht und spottet all dieser Bemühungen, ihn zu entthronen. Uns, den Träger dieser Offenbarung, können sie durch ihren Haß, der sich nicht einmal gegen uns richtet, denn wir sind doch bloß Gefäß der Offenbarung, vorübergehend wehtun, aber besiegen können sie uns nicht, wie es ja die Geschichte der Judenverfolgungen unwiderleglich lehrt. Wir wurden zuerst von Nebukadnezar, dem babylonischen König besiegt, der gar kein Hehl daraus machte, daß er sich an die Stelle des jüdischen Gottes setzen wolle. Er glaubte, in uns Gott zu treffen. Titus, so wird im Talmud berichtet, zog mit seiner Geliebten ins Heiligtum ein und durchstach den Vorhang und glaubte, Gott getötet zu haben. Der jüdische Staat, der sichtbare Träger der Gottesoffenbarung, war ja zertrümmert, das Heiligtum, die sichtbare Stätte des Gottesdienstes, in seiner Gewalt, die Juden, die sichtbaren Träger der Gottesideen zertreten und aus ihrem Lande gejagt, die lebendigen Zeugen der Gottheit also vernichtet, so glaubte er nun endlich den jüdischen Gott, dem ja sein Kampf eigentlieh galt, sei erschlagen, aber siehe, er konnte den Tempel einäschern, den Staat zerschlagen, die Juden knechten, aber nicht Gott vernichten, denn er lebte weiter in den Sklaven, die — und das ist das große Geheimnis der Ewigkeit der Juden — niemals in ihrer Gesamtheit ihrem Gotte die Treue brechen können. Der einzelne Jude hat diese Freiheit, und kann seinem Gotte die Treue aufkündigen, aber die Gesamtheit ist nicht frei. Gott läßt sich einfach nicht von der Gesamtheit des jüdischen Volkes beiseite schieben, denn so steht es ge-

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