Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 320 (sequence 66)
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320 war nach zioniftifcher Ideologie die jüdifche Religion Privatfache des Einzelnen, bislang konnte man Führer der Zionifiifchen Organifation fein und fogar Mizwoih mibachien, die nicht an den Boden des Heiligen Landes geknüpft find. Nun wird fich aber diefes alles ändern. Denn die Argumentation des Herrn Norman Bentwich wurde deshalb von den Richtern nicht anerkannt, weil die Statuten des Keren Kajemeth keinerlei Anhaltspunkte dafür gaben, dab es fich hier in der Tat um eine religiöfe Inftitution handle. Die Zioniftifche Organifation hat nach diefem negativem Ausgang des Prozeffes erklärt, dab fie infolgedeffen ihre Statuten dementfprechend umändern werde, fodab in Zukunft eine Steuerbefreiung zu erwarten fei. Wir hoffen doch nicht, dafe hier Mibbrauch mit dem Worte Thora und Religion getrieben werden wird, fondern dab nunmehr in der Tat fich der Segen Rabbi Jochanan ben Sackais an feinen Schülern verwirklichen wird: ״Habet vor Gott die nämliche Scheu wie vor Menfchen", oder für diefen aktueilen Fall überfetzt, dab die Revifion der zionifiifchen Statuten und der zionifiifchen Taten nicht mehr blob diktiert wird von Rückfichten auf den Wortlaut der englifchen Steuergefetze, fondern auf den Wortlaut der jüdifchen finaiiifchen Gefetzgebung. Als einen Teil der Kraft, die das Böfe will und dennoch das Gute fchafft, haben (ich jene jerufalemer Inftanzen erwiefen, die fich nicht fcheuien, das ungeheuerliche Verlangen zu ftellen, dab der verwaifte Rabbinatsfitz von Reb Chajim Sonnenfeld זצ״ ל unbefetzt bleiben möge, bis durch ein Din Thora enifcbieden fei, ob die Befetzung des Rabbinates nicht eine הפגת גבול gegen Rabbiner Kook darftelle!! Der Waad hoir afchkenasi ift bekanntlich eine abfolut felbftändige Gemeinde, die auf Grund der Entfcheidung der Thoragröben Erez Jisroels und der Diaspora fich von ״Kneseih Jisroel״ und feinen Rabbinafen aus religiöfen Bedenken getrennt hat. Durch das neuerliche Aufrollen diefer Frage anläblich der Rabbinatsbefetzung haben fich die gröbten Autoritäten der Golas, fowohl von Litauen wie von Polen, zu der Erklärung veranlabt gefehen, dab hierfür kein Din Thora am Platze fei, eine Erklärung, die unwillkürlieh an das Wort Rabbiner Hirfchs erinnert (Gefammelte Schriften Band 4, Seite 351): ״Solange Juden Juden find, ift es nie eine Frage, dab man mit מינים und אפיקירסים keine religiöfe Gemeinfchaft haben darf, war überdies für einen dem unfern fpeziellen ganz analogen Fall noch aus allerneueßer Zeit bereits durch Gutachten von 400 Rabbinen im gleichen Sinne enifcbieden, da hätte ich eine längft entfehiedene Frage noch dazu von fo kapitaler Bedeutung, noch erft zum Gegenftand eines Schiedsgerichts machen follen, machen dürfen, hätte noch Gutachten von einigen Rabbinen einholen follen, wo man bereits vorliegende Gutachten von 400 Rabbinen wie - nicht vorhanden behandelte? " Redaktionsschluss der nächsten Nummer: 6 Tammus 5692 110. Juli 1932.