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Nahalat tsevi · 1932-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1932) · p. Seite 309

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 9-10 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 309 (sequence 55)
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309 ein. Ist es nicht um jeden Tag schade, den Sie versäumen? Zweifeln Sie, daß ich es gerne tue? Alfred: Nicht einen Augenblick. Ich bin Ihnen für Ihr Anerbieten ungemein 'dankbar, und wenn es Ihnen wirklich nicht allzu viel Störung bringt, wäre es für mich sicher das beste.... Bernheim: Nun also? Alfred: Und dennoch weiß ich nicht — — darf ich ganz offen!sprechen? Bernheim: Ich bitte darum. Alfred: Ich 1möchte Sie wahrhaftig, der Sie mir ein solch hochherziges Anerbieten machen, nicht im selben Augenblick irgendwie verletzen, aber ich fürchte, daß ich Ihnen schließlich doch noch, nach all der Mühe, die ich Ihnen weiterhin ver- Ursache, nicht auf die Dauer die Treue und vor allem die Gefolgschaft werde wahren können. Bernheim: Wie 1meinen Sie das? Fürchten Sie etwa in Ihrem Entschluß zur Rückkehr noch wankend zu werden? Lassen wir es da ruhig einmal darauf ankom'men. Sie sind mir einen;Versuch wert. Alfred: Nein, das ist es nicht; ganz und gar nicht. — Bernheim: Ja was denn? Sprechen Sie sich doch ganz ruhig aus. Ich bin auf alles gefaßt. Alfred: Herr Doktor, ich möchte zum alten, zum richtigen Judentum zurück. Bernheim: Natürlich. Dazu gerade will ich Ihnen doch heifen. Jetzt ׳verstehe ich Sie wirklich nicht. Alfred : ,Herr Doktor, ich möchte dem geschichtlichen Leben meiner Nation mich anschließen. Bernh'ei: Dem geschichtlichen Leben Ihrer Nation? Also doch Zionist? Alfred : .Nein, Herr Doktor. Bernheim: Ich würde nicht den mindesten Anstoß daran nehmen. Ich würde Sic eher darin bestärken. Ich stehe ja selber dem Misrachi 'ungemein nahe, um nicht zu sagen: ich bin Misradfist. Alfred: Nein, Herr Doktor. Ich bin kein Zionist und bin kein Misrachist. Ich sagte es schon: dem geschichtlichen Leben meiner Nation möchte ich mich anschließen. Ich1 meine damit: dem Leben der jüdischen Nation, wie es in der Thora geweissagt ist und wie es sich geschichtlich' erfüllt hat; dem Leben der im Galuth ihre Untreue gegen die Thora sühnenden Nation,

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