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Nahalat tsevi · 1932-04-01 · Heft 7-8 (April 1932) · p. Seite 256

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 7-8 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 256 (sequence 67)
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256 volksparteilichen Mitglieder die Notftandsumlage zugunften der kleinen Gemeinden abgelehnt, haben verfocht die Repräfentationsgelder für den Vorfitzenden zu kürzen und haben demonftrativ bei einer Reihe von Abftimmungen die Tagung verlassen. Das Ergötzlichfte war die Rolle, welche die ״Religion״ bei den Motivierungen der einzelnen Anträge fpielte. Aus ״Religion" lehnen die liberalen Affimilanten jeden Zufchufe für nationale Zwecke ab, nicht etwa weil die Arbeiterorganifationen unreligiös find, denn das find ja die Liberalen auch, fondern weil es glücklich von zioniftifcher Seite gelungen ift, eine begriffliche Scheidung zwifchen religiöfem und nationalem Judentum zu fchaffen. Aus ״Religion" aber verlangt die ״Volkspartei״ die Unterftützung nationaler jüdifcher Inftitutionen, in denen die Religion als Privatfache erklärt ift. Man kann (ich vorftellen in welch unangenehmer Situation die verbandsfrommen, konfervativen Delegierten geraten waren, die (ich vergeblich bemühten, die Kluft zwifchen den individuellen Affimilanten (Liberalen) und den Affimilanten des jüdischen Nationalbegriffes (Volks- Partei) zu überbrücken. Sie fanden nirgends Gegenliebe. Die Leidtragenden find die kleinen Gemeinden, welche nach diefen Erfahrungen fich doch überlegen werden, ob fie nicht ihrem ganz natürlichen jüdifchen Inftinkte Folge leiften, und den Anfchlufe da fuchen tollen, wo der Begriff Religion nicht erft nach Mehrheitsabftimmung feftgelegt wird. Die Anti-Pessach Kampagne von jüdifcher Seite hat bereits in Rufeland ftark eingefetzt. Wir hoffen in einer der nächften Nummern eine ausführliche Darftellung der fpezififchen Kämpfe gegen die jüdifche Religion in Rufeland von gut informierter Seite geben zu können. Heute befchränken wir uns auf einZitaf aus den ״Stimmen der Zeit" (Freiburg i. Breisgau, Januar 1932): ״Es kann nicht klar genug gefehen und gefagt werden: dafe es heute ein Land gibt - und diefes Land bedeckt ein Sechftel der Erde —, das von Staats wegen und kraft unantaftbarer Dogmen Gericht gehalten hat über die ״Fiktion" Gott, Religion und Glaube; das diefe Fiktion zum Tode verurteilt und dann begnadigt hat zu lebenslänglicher Stellung unter Polizeiauffichi bis zum Ausfterben in Hirn und Herzen der Bewohner. Und es mufe ebenfo klar gefehen und gefagt werden: dafe diefes Land von Staats wegen und kraft unantaftbarer Dogmen mit kalter Inbrunft am Werke ift, feine Religion aufzubauen, eine Religion, gezeugt aus der Paarung eines völlig illufionsfreien Marxismus und eines ebenfo illufionären Meffianismus, beflimmt, die neue Menfchheitsreligion zu werden, und gewillt, die Welt zu erobern.. Die Gottlofenbewegung hat längft aufgehört, eine innerruffifche Angelegenheit zu fein. Sie hat durch die Gründung der Gottlofeninternationale die Arbeit ״im Weltma&ftab“ aufgekommen und entfaltet rege Werbetätigkeit, vorab in Deutfchlan d.“ Redaktionsschluss der nächsten Nummer: 14 Ijar 5692/20. Mai 1932.

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