Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 9-10 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 321 (sequence 37)
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321 seine Brüder, denn er war ihm ein Sohn des Alters.כי בן זקונים הוא לו dieser Ausdruck ist nicht dahin zu verstehen, daß Josef ihm im hohen Alter geboren war, war doch Josef kaum sieben Jahre jünger als sein ältester Bruder und zudem Benjamin der Jüngere,!so daß er mit größerem Recht diese Bezeichnung verdient hätte. Unsere Weisen aber erklären diesen Ausdruck dahin שכל הלכות שמסרו עם ועבר מסרן לו, daß Jakob seinem Sohne Josef alle Ueberlieferungen, die er empfangen, übergeben habe. Diese Bemerkung der Weisen erhält aber durch die herrliche Erklärung unseres Rabbiners זצ׳ל ihre tiefe Bedeutung. זקונים״ sind die Jahre, in denen dem Manne der Gedanke an das nicht mehr ferne Scheiden von der Erde näher tritt, in welchem er sich daher ,nach der jüngeren Menschensprosse sehnt, auf welche er die geistigen Errungenschaften seines Lebens vererben könne, die ihn ersetzen und in welcher er geistig fortleben werde. Das;Kind, das ein solcher geistiger Stellvertreter zu werden verspricht, das der Vater für ein solches Ziel zu erziehen vermag, ist ein בן זקונים.“ Ein solcher בן זקונים war Josef seinem ganzen Wesen nach. Jakob sah sich in ihm fortlebend, erblickte in ihm den Fortträger aller seiner geistigen Errungenschaften. — Nun denn! Die Kinder einer jeden wahrhaften Kehilla sind ihre verschiedenen Anstalten, die es ihren Mitgliedern ermögliehen, die Forderungen der Thora, die das Leben in seinem mannigfachen Erscheinen beherrschen, zu verwirklichen. Diese Anstalten werden von der Kehilla ins Leben gerufen, von ihr genährt, gehegt und gepflegt, großgezogen und erhalten, sie sind ihre Kinder, denen sie ihre aufopfernde Liebe zuwendet. — Unsere Kehilla ist gottlob eine mit Kindern reich gesegnete. Unsere Kehilla wird alt und soll recht alt werden. Ihre Mitglieder werden alt und sollen recht alt werden. Da aber muß uns allen der Gedanke, der ernste Gedanke nahe treten: Wird der Geist, der unsere Gemeinde beherrscht hat und gottlob noch beherrscht, auch in aller Zukunft ungeschmälert fortleben, jener Geist, den ihr unser großer Rabbiner זצ׳ל eingehaucht, dessen lebendige Pflege ihre Fortdauer und Lebensberechtigung verbürgt? Ein Blick auf unsere Schule — und wir dürfen mit hoffendem Vertrauen an die Zukunft unserer Kehilla denken. Sie ist ihr בן זקונים, von dem sie zuversichtlich erwarten darf, daß es ihm gelingen wird, den geistigen Reichtum, der unsere Kehilla groß gemacht hat, auf ihre Söhne und Töchter zu vererben.