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Nahalat tsevi · 1931-05-01 · Heft 7 (Mai 1931) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 7 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
– (sequence 3)
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Vom Blut zum Geist. Eine Betrachtung zum Wochenfeste. Ersterbend in seinem Blute lag Israel in Mizrajim da. Nach den Gesetzen des Blutes, die nach der gewöhnlichen Anschauung auch die Gesetze der Geschichte sind, hätte das in seinem Blute ersterbende Volk schließlich sterben und verderben!müssen. Doch die Geschichte wird nicht von den Gesetzen des Blutes, sondern von den Gesetzen des Geistes beherrscht. Als Israel in Mizrajim ersterbend in seinem Blute dalag, da schickte Gott den Geist des Lebens, den Geist dei* Verjüngung, den Geist der Auferstehung zu ihm. Der ging an ihm vorüber und sah und sprach: Lebe auf in deinem Blute — und;noch einmal sprach er’s: In deinem Blute lebe auf! — Warum zweimal? Die Weisen des Midrasch antworten: Mit einem zwiefachen Rufe der Auferstehung hat der Geist das Blut besiegt: חיי בדם פסח חיי בדם מילה, lebe auf durch das Blut des Peßachfestes, lebe auf durch das Blut der Beschneidung! Daß das Blut ein ganz besonderer Saft ist, das hat man zu allen Zeiten gewußt oder geahnt. Aber erst in unseren Tagen hat man erkannt, was unsere Thora schon vor Jahrtausenden vierkündet hat,ני הדם ה וא הנפש da ß das Blut der Träger einer organisehen Besonderheit ist. Wir denken hierbei nicht an den verhängnisvollen Mißbrauch, den die völkische Ideologie mit dem Begriff des Blutes, des Blutsverwandten und des Blutsfremden treibt, sondern wir denken hierbei an die erstaunlichen Ergebnisse der modernen Blutgruppenforschung, die den Satz: der Thora כי הדם הוא הנפש, der immer als Ausdruck einer längst überwundenen Anschauung galt, wissenschaftlich bestätigen. Das Blut ist aber nur der Träger einer organischen Besonderheit. Der Unterschied zwischen Menschenblut und Tierblut, der seit etwa 30 Jahren serologisch festgestellt werden kann, darf uns nicht vergessen lassen, daß immerhin Blut etwas ist, was auch dem Tiere zukommt. Blut ist etwas Stoffliches, Tierisches, Vergängliches. Nur der Geist ist zeitlos und raumlos, nur der;Geist ist ewig und unendlich. Der Geist kann nur geboren werden auf dem Wege seiner Selbstbefreiung aus der Gewalt des Blutes. Darum hat unsere Thora durch eine Fülle von Gesetzen dafür gesorgt, daß der

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