Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-10-01 · Heft 10 (Oktober 1921) · p. Seite 204

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 10 (Oktober 1921)
Date
1921-10-01
Page
Seite 204 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2550626-2550646-2550656--514-2551246
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 204 — des Jügeridausschusses deutscher Juden zu Königsberg, die eigentliche Tagung mit längeren Ausführungen, in denen er auf die Bedeutung dieser Arbeitsgemeinschaft für Ostpreußen und darüber hinaus für das Reich hinwies. Es folgte ein längeres Referat von Herrn cand. med. Kurt Eichelbaum über „Die ideellen Grundlagen unserer Bewegung". Ausgehend von dem Wesen des Judentums, wie es sich im Verlaufe seiner Geschichte darstellt als einer im Religiösen wurzelnden und gipfelnden Gemeinschaft, legte der Vortragende die Grundlagen unserer heutigen jüdischen Jugendbewegung klar. Seinen objektiven und fesselnden Ausführungen folgte eine lebhafte Aussprache, in der die Frage des religiösen Judentums im Vordergrund stand. Der Abend vereinte die Teilnehmer am, Jugendtag zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Nach einführenden Worten von Herrn Dr. Rosenhain sprach Herr Arnold Stein-Berlin (Mitglied des Hauptvorständes des C. V.) über das Thema: „Wen halten wir deutschen Juden für national?"* Klar und scharf zog der Redner die Linien, die uns vom jüdischen Nationalismus der Zionisten, vom deutschen Übernationalismus eines Naumann trennen. An unserem Judentum und an unserem Deutschtum gilt es festzuhalten, allen Angriffen der Judengegner zum Trotz. Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrage folgte Herr Edmund Berg-Danzig mit einem Vortrage über das Thema: „Auf richtigem Wege?" Er verstand es, dem Hoffen und Streben, das in unserer Jugend lebt,^packenden Ausdruck zu verleihen, und die Eltern und Erzieher aufzurütteln zum Verständnis für. den neuen Geist der deutschjüdischen Jugend. Dieser Abend stellte wohl den Höhepunkt des Jugendtages dar. — Der nächste Vormittag brachte zunächst die Gründung des Verbandes der Jugendgruppen des Zentralvereins, Bezirk „Nordost", in dem die ehemals dem neutralen Jugendverbande angehörenden Jugendvereine Ostpreußens und der Jugendverein Danzig zusammengeschlossen sind. Es folgte eine Aussprache über praktische Arbeitsfragen. Sie wurde eingeleitet durch ein ausführliches Referat von Erwin Lichtenstein-Königsberg. Nach einer Darstellung des Wesens der vier, in der Arbeitsgemeinschaft vereinten Verbände, ihrer Gemeinsamkeiten und ihrer Besonderheiten wurden die Möglichkeiten der Zusammenarbeit einer eingehenden Prüfung unterzogen und ein Arbeitsplan für die kommende Zeit entwickelt. In einem zweiten Referat behandelte Herr Hugo Löwenstein-Königsberg die Arbeit, welche insbesondere den Jugendvereinen angemessen ist. Die Aussprache zeigte, daß die Teilnehmer manche Anregung erhalten hatten, geeignet, die Arbeit in ihren Heimatsorten zu befruchten. So konnte denn" der Vorsitzende den Jugendtag

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.