Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 7 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 140 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 140 — Übersetzungen der Bibel ins Deutsche von Juden sind schon ziemlich frühzeitg erschienen und insbesondere von den Frauen viel gelesen worden. Besonders wichtig wurde die Übersetzung aber erst durch Moses Mendelssohn, die ja die Juden in den Stand gesetzt hat, hochdeutsch zu lernen und sich dadurch der westeuropäischen Kultur anzuschließen. Von neueren jüdischen Übersetzungen möchten wir nennen, die von Leopold Z u n z, und von Ludwig Philippsohn. Die erstere zeichnet sich durch außerordentliche Genauigkeit, die zweite durch bessere Erfassung des poetischen Gehaltes der Bibel aus. Eine von wissenschaftlichen Grundsätzen ausgehende jüdische Ubersetzung der Bibel bildet auch heute noch einen frommen Wunsch aller Freunde unserer Bibel. Aus dem Talmud. Der Mensch kann nicht für das verantwortlich gemacht werden, was er im Schmerze tut. (Baba Bathra 16). Besänftige deinen Nebenmenschen nicht, wenn er zornig ist, tröste ihn nicht, solange sein Verstorbener noch vor ihm liegt. (Abot, Abschnitt 4). Die wahre Armut ist die Geistesarmut. (Nedarim 41). Der Mensch macht nur in dem Studium Fortschritte, das mit seinen Neigungen übereinstimmt. (Aboda Sara 19). Wohne nicht in einer Stadt, deren Vorsteher Gelehrte von Beruf sind. (Peßachim 112). Diese kennen am wenigsten die Bedürfnisse der Einwohnerschaft und sind darum nicht geeignet, den Mängeln abzuhelfen. Man soll nicht eines seiner Kinder bevorzugen. (Sabbat 10). Spricht jemand zu dir: Ich habe mir beim Studium Mühe gegeben, aber keine Kenntnisse erlangt, so glaube ihm nicht. Spricht er: Ich habe Kenntnisse erlangt, ohne mir Mühe ge» geben zu haben, so glaube ihm ebensowenig. Spricht er aber: Ich habe mir Mühe gegeben und meinen Zweck erreicht, dann kannst du ihm glauben. (Megilla 6). Spender-Liste« Ortsgruppe Königsberg der liberalen Vereinigung Jahresbeitrag 1921 . ,......30.— Mk. Iii-Frankfurt a. M., I. Rate . ...... .200.— „ Iii-Berlin, I. Rate . ......... . 400.— „ Stadtu. Bezirksrabbiner Dr. Lazarus-Wiesbaden 25.— „ Sofie Guttmann, zurzeit Breslau . . ... . 6.— „