Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 3 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 62 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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— 62 - bung unserer Stadt unternommen und sie hat dazu beigetragen, Zusammengehörigkeitsgefühl und Heimatsliebe in gleichem Maße zu fördern und zu stärken. Leider machten die durch den Augustaufstand geschaffenen unsicheren Verhältnisse in Oberschlesien auch den Wanderungen ein Ende, und die Vereinstätigkeit ruhte für kurze Zeit ganz. Lediglich dem glücklichen Umstand, daß unsere Gemeinde im Herbst in Herrn Dr. Neilhaus aus Breslau einen neuen Rabbiner bekam, der zu den Vorkämpfern und Verfechtern unserer Idee und Bewegung gehört und der sich auch sofort unseres „Iii" annahm, ist es zu danken, daß wir wieder eine geregelte Vereinstätigkeit aufnehmen konnten. Allen anderen hiesigen jüdischen Vereinen vorangehend, eröffneten wir am 6. Ii. unsere Wintertätigkeit mit einem Vortrag des Herrn Dr. Ludwig Cohn aus Breslau über das Thema: „Jüdische Jugend und unsere Zeit". Dieser sehr lehrreiche Vortrag war von dem größten Teil unserer Mitglieder und zahlreichen Gästen besucht. Am 2. 12. sprach Herr Erich Bayer aus Breslau hier über „Das liberale Judentum als Idee und Bewegung". Seine lichtvollen Ausführungen, in denen er die geschichtliche Entwicklung des Judentums und den in ihr waltenden liberalen Geist beleuchtete, fanden den ungeteilten Beifall der Versammlung. Ein angesetzter Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Dienemann aus Offenbach a. M. über die „Bedeutung der Propheten für unsere Gegenwart" mußte leider im letzten Augenblick abgesagt werden. Zu unserem Winterprogramm gehört jetzt noch ein Vortrag des Frl. Else Neilhaus aus Breslau über das Thema: „Unsere Bewegung, eine sittliche Forderung", ferner unsere Generalversammlung, ein Vortragszyklus des Herrn Dr. Neilhaus über „Judentum und moderne Weltanschauung" und als Abschluß ein Wintervergnügen. Wir hegen die feste Überzeugung, daß unser „Iii", der die im Verhältnis zu unser Gemeinde stattliche Zahl von 70 Mitgliedern aufweist, und der sich trotz der vielen Widerwärtigkeiten des letzten Jahres hier behauptet hat, nun so weit gefestigt ist, daß wir mit Zuversicht dem kommenden Jahre entgegensehen können, und wir wünschen, daß die jüdischliberale Bewegung sich auch weiterhin im deutschen Oberschlesien verbreiten möge. I. A.: Hedwig G a d i e 1, Schriftführer. Spender-Liste, Iii - Ratibor, Beitrag 1921 Iii - Kreuzburg OS . . 320.— Mk. 75-— »