Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 7 (Juli 1920)
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 138 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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— 138 — durch die Wüste gesprochen wird, wurden sie wohl als Haphtarah gewählt.) Aus dem Talmud. Von den Fast- und Freudentagen in den Monaten Tamus und Ab: Tanith n b. R. Jeremia b. Abba sagte: In Babylonien gibt es mit Ausnahme des 9. Ab keinen allgemeinen Fasttag. Tanith 26 a Mischnab. Fünf Unglücksfälle ereigneten sich für unsere Vorfahren am 17. Tanus und am 9. Ab. Am 17. Tamus zerbrach Mose die Gesetztafeln, das tägliche Opfer wurde während der Belagerung Jerusalems durch die Babylonier an diesem Tage eingestellt, und Bresche in die Stadt gelegt, die Thora wurde durch Postumus verbrannt und zur Zeit des Antiochus ein Götzenbild im Tempel aufgestellt. Am 9. Ab wurde über die Israeliten in der Wüste bestimmt, daß sie nicht in das Land Kanaan kommen sollten. An diesem Tage wurde im Jahre 586 vor und 70 nach Chr. Geburt der Tempel zerstört. Nach dem Bar-Kochba-Aufstande (135 n. Chr.) wurde am 9. Ab die Festung Bethar erobert und zerstört und endlich der Pflug über die Stadt Jerusalem gezogen. Vom Neumond des Ab an sollen keine Feste gefeiert werden. In der Woche, in die der 9. Ab fällt, soll man nicht das Haar schneiden und keine Kleidungsstücke waschen. Nur am Donnerstag ist dies zu Ehren des Sabbath erlaubt. Am Tage vor dem 9. Ab darf man nur einerlei Speise und nicht Fleisch noch Wein genießen. . . . R. Simon b. Gamaliel sprach: Es gab in Israel keine fröhlicheren Feste als den 15. Ab und den Versöhnungstag. An diesen Tagen zogen die Jungfrauen Jerusalems in weißen Gewändern vor die Stadt, die sie sich geborgt hatten, um die Armen unter sich nicht zu beschämen. Sie zogen in die Weinberge, tanzten dort und sangen dabei: Jüngling, erhebe deine Augen und schaue, wen du dir wählst, sieh nicht nur auf Schönheit, sondern achte auf den Wert der Familie. ... 1 Aus der Gemara. Thanith 29 a. Bei der Zerstörung des ersten Tempels, versammelten sich viele Priester und stiegen auf das Dach des Tempels. Sie nahmen die Schlüssel desselben mit sich und sprachen: Herr der Welt, da es uns nicht vergönnt ist, treue Hüter deines Schatzes zu bleiben, so legen wir die Schlüssel in deine Hände zurück. Bei diesen Worten warfen sie die Schlüssel in die Höhe und eine Hand kam aus den Wolken und ergriff sie. D'ann stürzten sich die Priester in den brennenden Tempel. Uber diese klagt der Prophet Jesaja (Jes. 22,1). Was ist dir doch, daß du ganz auf die Dächer gestiegen bist von Gebraus erfüllter lärmender Ort, fröhliche IStadt? Deine Erschlagenen sind nicht mit dem Schwert erschlagen und nicht im Kampf gefallen.....