Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 4 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- Seite 75 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 75 — Sammlung der Gemeinde Israel soll es schlachten. Unter Versammlung, Gemeinde und Israel ist je eine Abteilung zu verstehen. Wenn die erste Abteilung eingetreten und der Tempelhof gefüllt war, wurden die Türen desselben geschlossen, darauf wurde Schofar geblasen. Die Priester standen in Reihen und hatten goldene und silberne Schalen zum Auffangen des Opferblutes in ihren Händen. Die Priester der einen Reihe hatten nur goldene, die der anderen nur silberne Schalen. Diese hatten keine flachen Böden, damit man sie nicht hinstellen könne, denn dann würde das Blut geronnen sein. Hatte ein Israelit geschlachtet und ein Priester das Blut aufgefangen, so gab er es seinem Nachbarn und dieser reichte sie weiter, jeder nahm die gefüllte Schale und gab eine leere zurück, und der dem Altar am nächsten stehende Priester schüttete das But gegen den Grund des Altars. Wenn die erste Abteilung hinausging, so trat die zweite herein, ging die zweite hinaus, so kam die dritte herein, und die zweite und dritte Abteilung verfuhren wie die erste. Während des Opferns las man das Hallel (Ps. 113—118) und wiederholte es, bis die Handlung vorüber war, es kam aber nie vor, daß es dreimal ganz gelesen wurde. Rabbi Jehuda erzählte: Die dritte Abteilung ist nie bis zum Ps. 116 gekommen, da hierzu immer nur wenig gehörten. Am Sabbath wurde wie am Wochentag veffahren. Die Weisen waren aber nicht damit einverstanden, daß die Priester den Hof mit Wasser spülten. . . . Wie wurden die Opfertiere zum Abschinden aufgehängt? An den Wänden und Säulen befanden sich eiserne Haken, an welchen sie aufgehängt und abgeschunden wurden. Für diejenigen, für die kein Haken übrig war, hatte man dünne glatte Stäbe. Diese nahmen je 2 auf die Schulter und hängten das Tier daran. ... Man schlitzte das Opfer auf, nahm die Opferteile heraus, legte sie in ein Becken und verbrannte sie auf dem Altar. Die einzelnen Abteilungen blieben bis zum Anbruch der Dunkelheit auf dem Tempelberg und gingen dann fort, ihre Opfer zu braten. Gemara: R. Isaak sagte: Das Pessachopfer kann nur in drei Abteilungen von je 30 Teilnehmern dargebracht werden. Warum? Es werden Versammlung, Gemeinde urid Israel genannt (jede dieser Bezeichnung bedeutet nach der Ueberlreferung mindestens zehn Personen) und da es zweifelhaft ist, ob alle gleichzeitig oder nacheinander opfern sollen, so sind drei Abteilungen von je dreißig Personen erforderlich, weil dann gleichzeitig, wie nacheinander die drei in der Thora geforderten Gruppen vorhanden sind. Es genügen somit auch fünfzig, wenn nämlich dreißig eintreten«, von diesen zehn opfern und wieder hinausgehen, um zehn andern Platz zu machen.