Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- Heft 4 (20.3.1936)
- Date
- 1936-03-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2550047-2550088-2550092--416-2550564- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
MIT ORIENJIERUNGSJAFEL FÜR DEN PAIÄS1 INA-VERKEHR ZEITSCHRIFT FÜR WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG IM VORDEREN ORIENT Palesiine News. Periodical for the Promotion of the economic development of the Near East fjuUl);ju j>- l.:,l».r\p <ir^ j <pUSyi Verlag Ernst KÖSfenbaum, Berlin SW19, Neue Grünstrafje 30. Fernsprecher: A6 Merkur 7413. — Generalvertretung für Palästina: Heinz Zeimann, Tel-Aviv, Dizengoffstr. 159. — Die P. N. erscheinen zweimal im Monat. Bezugspreis für ^RIl^'flR mjPT* rrboVan mnnsnnV pn* •:npn mtan Deutschland, Osterreich und Danzig RM 1,20 pro Quartal, alle anderen Länder RM 1.20. Postscheckkonto: Berlin 37991. Anzeigen laut Tarif. Anzeigen-Generalvertretung: Herbert Hirsch, Berlin SW19, Neue Grünstrafje 30 Schriftleitung: Dr. E. F. Ascher Berlin, 20. März 1936 Jahrgang III Nr. 4 Die OeanytH.: ScJwUdqkeÜtto ü. Jl&SÜhfy&v Die diesjährige Orangensaison wirft bereits alle die l'robleme auf, die in immer stärkerem Maße bei steigender Produktion aktuell werden müssen.!)a die Orange mit die wichtigste Grundlage der palästinensischen Wirtschaft ist, räumen wir Bericht und Erörterung über dieses 'Thema einen bedeutenden Raum ein. Das Problem — und seine Lösung Das diesjährige Zitrusgeschäf t, das bekanntlich infolge des Überangebots, der handelspolitischen Einfuhrbeschränkungen verschiedener Länder und der bis Mitte Januar völlig unzureichenden Preise zu schweren Sorgen für die palästinensische Zitriisindustrie geführt hat, ist Anlaß zu einer Reihe von Vorschlägen geworden, durch die der künftige Export erhöht und die Absalzverhällnisse verbessert werden sollen. Im Januarheft der Zitruszeilschrift ,,Hadar" beschäftigt sich II. Vitelcs, Direktor der Central Bank of Coopcralive Inslitutions, mit diesen Problemen. Er schlägt zunächst vor, durch stärkere Werbung und vermehrten Absalz von Orangenpressen den Fruchtabsatz in Palästina selbst zu heben. Was die Ausfuhr betrifft, so müßten die größeren Früchte, die von jungen Bäumen stammen, von der Ausfuhr durch gesetzliche Maßnahmen ausgeschlossen werden, weil nach ihnen nur geringe Nachfrage besieht und sie die Preise ungünstig beeinflussen. Da junge Pflanzungen für zahlreiche Einwanderer die einzige Einnahmequelle sind, müßten diese Pflanzer für den Schaden, den sie durch den Verkauf dieser Früchte in Palästina selbst oder durch Verarbeitung zu Zitrusnebenproduklen (Fruchtsäften, Marmeladen usw.) erleiden, entschädigt werden, indem ihnen die Differenz gezahlt wird zwischen dem Ausfuhrpreis und demjenigen, der beim Absatz im Lande selbst erzielt werden kann. Hierzu müsse ein Kompensationsfonds in Höhe von etwa 700000 £P geschaffen werden, der zur Hälfte von den Eigentümern älterer Pflanzungen und zur anderen Hälfte von der Mandalsregierung aufgebracht werden sollen. Der Ausgleich für die älteren Pflanzer liege in der Verbesserung des Preisslandes, die durch den Wegfall der jungen Früchte eintreten werde, und gestatte die Umlegung eines Satzes zwischen 3,5 und G Müs je Kiste der ausgeführten älteren Früchte. Die Regierung könne ihren Anteil aus den Stcuereinkommen der Grundsteuer auf den älteren Zitruspflanzungen aufbringen; diese Steuer müsse zwar gesenkt werden, aber selbst eine Senkung auf die Hälfte ergebe immer noch einen höheren Ertrag als für den Anteil der Regierung an dem Kompensationsfonds erforderlich sei. Junge Pflanzungen bis zum neunten Jahr einschließlich müßten überhaupt von der Grundsteuer befreit werden. Andererseits sollten Pflanzungen, die nach 1935 angelegt worden sind, von den Vorteilen dieser Fonds ausgeschlossen werden, um nicht einen Anreiz zur Anlegung neuer Pflanzungen zu schaffen. Die jungen Pflanzungen, deren Früchte zur Ausfuhr ungeeignet sind und nicht ausgeführt werden sollten, machen etwa :u>> aller Zilrtispflanznngen in Palästina aus und würden bei normalen Ernten in den nächsten fünf Jahren einen Ertrag von i\Mill. Kisten bringen. In der heutigen Ausgabe finden Sie eine zusammenlassende Übersicht über die beute geltenden Bestimmungen über den Vermögenstransfer für Auswanderer Weiterhin wird die Abhaltung einer internationalen Konferenz aller Zitrusfrüchte erzeugenden Länder vorgeschlagen, bei der man zu Vereinbarungen über den Zeitpunkt der Verschiffungen, feste Ausfuhrquoten und Ausschaltung der Konkurrenz kommen solle. Die Einladungen hierzu müßten von der palästinischen Mandatsregierung ausgehen, die jedoch den Abschluß solcher Abkommen den einzelnen Vertretern der Zitriisindustrie überlassen solle. Zu dieser Konferenz seien zweckmäßigerweise zuzuziehen Südafrika, Kalifornien, Florida, Spanien, Kuba, Porto Rico und Britisch-Westindien. Das Geschäft mit Deutschland Die hebräische Zeitung „Haaret/." bringt einen Rückblick über das diesjährige Zitrusgeschäft mit Deutschland. Darin wird ausgeführt, daß bis Ende Januar rund ioö 000 Kisten nach Deutschland geliefert worden seien. Es erscheine zweifelhaft, ob das Gesamtkontingenl, das durch das Abkommen mit der deutschen Regierung auf 3ooooo Kisten festgesetzt worden sei, überhaupt ausgefüllt werde, da die Schwierigkeiten der Geldüberweisungen außerordentliche seien. Es sei zu erwarten, daß durch die Kosten des Geldtransfers ein erheblicher Teil des Kaufpreises von i3/3 sh je Kiste ab Schiff verlorengehen werde. Die Preise innerhalb Deutschlands bewegten sich zwischen iv. und i5 RM. je Kiste, die Nachfrage nach Jaffa- Orangen sei sehr groß, während spanische Apfelsinen schwer abzusetzen seien. Bis Anfang Januar sind keine Grapefruits aus Palästina nach Deutschland exportiert worden. Seitdem beträgt die Grapefruiteinfuhr Deutschlands i5»o des gesamten Zitrusimports.