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Palästina-Nachrichten · 1936-01-24 · Heft 1 (24.1.1936) · p. Seite 3

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
3 (1936)
Issue
Heft 1 (24.1.1936)
Date
1936-01-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Obstbau in Palästina Von R. R. Horowitz, Jerusalem (Fortsetzung aus Nr. 22) Auch die Pflaumen reifen in den Sommermonaten und werden sehr bald (wahrscheinlich im nächsten Jahre) die in letzter Zeit aus Italien importierten „Kelsey"-Pflaumen verdrängen. Für die Bewässerung werden auch die Pflaumen, selbst bei kleiner Quantität, höchst dankbar sein. Pfirsische: Ganz außerordentliche Ernten der prächtigen Pfirsische wurden in den letzten paar Jahren in den jüdischen Berg- und Ebenesiedlungen, wiederum besonders der Kirjath-Anavim und Mischmar Iiaemek, erzielt mit der Sorte: „Elberla". Dieser Pfirsich, der in den Pfirsich-anbauenden Ländern im Laufe der letzten Jahzehnte universell geworden ist, hat auch in Palästina alle anderen Pfirsichsorten durch Größe der Frucht, Edelheit der Form und Farbe, übertroffen. Auf Bewässerung werden auch Pfirsiche mit höheren Erträgen reagieren, als wenn sie nur auf die im Winter fallende liegenmenge angewiesen sind. Wenn Pfirsichgärten in großem Maßstabe gepflanzt werden — und dazu wird es gewiß auch hier wie in Kalifornien und Australien kommen —, werden sie den Grundstock für die Pfirsichkonservenindustrie bilden. Sind ja alle Pfirsichkompotte aus Kalifornien und anderen Staaten Nordamerikas fast hundertprozentig, dank der Elberta, so verbreitet und beliebt auf der ganzen Welt. Die Pfirsichkulturen sind nicht nur eine Einnahmequelle für den kleinen Mann, sondern können auch als Investierungsgelegenheit für den Mittelstand angesehen werden, der sich nicht mit einer einseitigen und somit ökonomisch ungesunden Anlage seines Vermögens in Orangenplantagen, Häuserbau und städtische Industrien begnügen darf. Die Kultur der hier erwähnten Obstarten, zu der sich wohl auch bald hochwertige Birnen, Aprikosen und Kirschen gesellen werden, hat noch die besondere Bedeutung, daß sie ebenfalls zu einer modernen Konservenfabrikation, wiederum vor allem in der Verarbeitung von Kompotten nach amerikanischen Methoden, führen kann und wird. Für die jüdische Kolonisation haben alle diese Obslarten große Bedeutung, da sie die Verwertung von Böden und Standorlen eröffnen, die bis jetzt von den Juden außer Acht gelassen wurden. Es handelt sich hierbei in erster Linie um (lief Gebirgsdistriktc und bei diesen besonders um die Gegend von Jerusalem, die aus erwälmten Gründen für diese Obstarten geeignet ist, den Beweis auch erbrachte in der Siedlung Kirjath-Anavim. Der Obstanbau in den Bergen ergibt auch die landwirtschaftliche Auswertung von Bergstrichen, die für andere Kulturen nicht brauchbar wären. Dieses Moment ist um so mehr zu beachten, als hier durch intensiven Gartenbau mit eigenen Methoden für eine dicht besiedelte arbeitende Bevölkerung Platz geschaffen werden könnte, die dazu noch andere Wirtschaftszweige zu erfassen imstande wäre, wie Milchwirtschaft und Geflügelzucht. Vorläufig sind die für sonstige Obstarten geeigneten Ländereien zu verhältnismäßig niedrigen Preisen zu erlangen. Die Gebiete, die dafür geeignet, sind unvergleichlich umfangreicher als die für Zytrusfrüchte in Betracht kommenden Monopolstrecken des engen Meeresstriches. Nach den ersten Erfolgen wird die Popularität solcher Obstbauanlagen rasch anwachsen. Hat doch das Beispiel von Kirjath-Anavim schon ein privates Kolonisationsunternehmen für Bergsiedlung auf Grundlage des Obstbaues im letzten Jahre ins Leben gerufen, nachdem so viele Jahre von jüdischer Seite für Ansiedlung im Gebirge kein Interesse bestand. Ein anderes Projekt ist die neue Siedlung, die in der Nähe von Kirjath- Anavim auf KKL-Boden durch die Gooperative Gesellschaft für landwirtschaftliche Unternehmungen „Jachin", angelegt werden soll, und deren Pläne jetzt ausgearbeitet werden. Auch diese Siedlung wird auf der Basis von Kulturen von Äpfeln, Birnen usw., als auch von Tafeltraubeu gegründet sein. Aber auch in der Ebene ist zu erwarten, daß jüdische Kapitalien Siedlungen anlegen werden, die damit den Pionierbeispielen von Nahalal, Ain-Charod und Mischmar llaemek folgen würden. Es steht zu erwarten, daß auf dem Boden des biblischen Jokneam (nicht weit, von Haifa, am nördlichen Fuße des Carmels), wo die natürlichen Bedingungen in Bezug auf Klima und Boden dieselben sind wie in Mischmar Haemek, zu einem bedeutenden Teile zur Anlage von Obstplanlagen verwendet werden wird. Für Palästina würde eine rechtzeitige teilweise Umstellung und Neuorientierung zum Anbau des nördlichen Obstes, also Pfirsiche, Apfel, Pflaumen usw., eine wirtschaftlich gesunde Wendung bedeuten. Die fesdfccUafteto JUäcktett: „Nechushtan" Ltd. Die Firma Palestine Goppel' Industry ..Nechushlan" Ltd. hat auf dem Boden des Iveren Kajeiueth in der llaifa-Bav ein neues Fabrikgebäude errichtet, das nunmehr fertiggestellt ist. Die Verlegung der Fabrikation aus der bisherigen Werkslätle im alten Stadtteil von Haifa sowie eines Teils der Fabrikation der Jaffaer Fabrik in das neue Gebäude findet in Kürze statt. Die Firma Nechushtan Ltd. nahm vor etwa 10 Jahren als erste Fabrik in Palästina die Erzeugung von Badeöfen auf und ist heute die größte Ilerslellerin von Badeöfen im ganzen vorderen und initiieren Osten. Bekannt sind in letzter Zeit die neuen Nechushtan-Thermofix-Palenl-Badeöfen sowie die elektrischen Boiler dieser Firma geworden. Neben der Eigen-Fabrikation stehen die Import-Abteilungen der Firma Nechushtan Ltd., die sich besonders mit dem Handel in sanitären Installationsmaterialien, Wandplatten und Metallhalbfabrikaten befassen, und in den ineisten dieser Artikel über die größten Lager des Landes verfügen. Ze. „Assis" Ltd. Die Fruchtsaftfabrik ,.Assis" Ltd. in Bamat-Gan bei Tel- Aviv, die kürzlich ihr Fabrikgebäude erweiterte, hat für das neue Jahr ein erheblich vergrößertes Produktionsprogramm aufgestellt. Mit Bürksichl auf die Ausfuhrschwierigkeilen für die große Pampelinusenernte dieser Saison wird die Fabrik diese Frucht in bedeutendem Umfange aufkaufen und zur Marmeladen- und Fruchtsaf tbereilung verarbeiten. Auch die bereits im letzten Jahr begonnene Cieinäsekonserrierung s.>ll weiter ausgedehnt werden; zu diesem Zweck sollen eigene (iiirkenplanlagen in Ileclunoth und Petach-Tikwah angelegt werden. Die Einfahr von eingemachten Essigl'rüehlen (piddes, ist durch die Schaffung eines Schutzzolls von •<">"'» des Wertes stark gedrosselt worden, so daß die Aussichten günstig sind. Weiter will das Unternehmen die 'fo/m/Z^merarbcilimg zu Soßen aufnehmen. Schließlich will sich die Firma ,.Assis" mit dem Einmachen von Sauerkraut befassen, das sieh unter den neuen Einwanderern großer Beliebtheit erfreut; die Nachfrage danach im letzten Jahr war sehr groß. „Atta" Textiles Works Ltd. Über die Atta Textiles Works Ltd. in Klar Atta, die vor zwei Monaten ihre Spinnerei aufgenommen hat und Baumwollgarn herstellt, liegt ein Bericht vor. Danach soll der Absatz so gut sein, daß demnächst eine zweite \rbeilssrliichl eingelegt wird. Die Fabrik beschäftigt (>o Arbeiter, davon über l\o Frauen. Die Abteilung für Weberei, Färberei und Ferligbcarbeitung von Stoffen ist noch nicht fertiggestellt; sie soll noch 193O in Betrieb genommen und die Arbeiterzahl dann auf löo erhöht werden. Wie berichtet wird, sind in das Lnternehmen bisher 70000 £P. investiert worden; das registrierte Kapital beträgt 5oooo£P. Die verwendeten Maschinen sind englischen und amerikanischen Ursprungs. PALÄSTINENSISCHER ZOLLTARIF MIT ZOLLGESETZEN übersetzt und bearbeitet vom Palästina-Amt Berlin 184 Seiten stark 1 Preis 3,50 RM. Zu beziehen durch einschlägige Buchhandlungen oder durch die Verlagsabteilung der ZVfD, Berlin W 15, Meinekestr. 10 3

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