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Palästina-Nachrichten · 1935-07-18 · Heft 13 (18.7.1935) · p. Seite 3

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 13 (18.7.1935)
Date
1935-07-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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BAHN PROJEKTE IN VORDERASIEN Trans - Iran - Bahn Bagdad-Bahn \/6tn?4tsUd^ 2^ /^^e/fef^ 1/Heec ~ Von Haifa nach Bagdad .'.; /. Die* neue Trans Iran-Bahn ,; Die Industrialisierung des nahen Ostens und der Wunsch, den Zustrom der Touristen zu verstärken, macht die Bestrebungen verständlich; die primitiven Transportmittel des vorderen Orients durch moderne Verkehrswege, in erster Linie : Balinba u ten, zli ersetzen. Während //rm (Persien) sein großzugiges und kostspieliges Projekt der Trqns-Iran-Bahn bereits' in Angriff genommen hat; steht das Projekt einer Bahnlinie Haifa-— Bagdad] vorerst; nur auf dem *Papief. Das fast balinlose Iran hat den Bau einer i5oo - km langen Strecke; begonnen, welche deii Jlafen Bandar-Shali am K aspischen Meer, im Nordosten des Londes, mit dem Südhä fcn Bandar-Slialipur am Persischen Gol L^verMnden söl 1. Zunächst beschränkt man sich auf den Betrieb des n&rjllichen Abschnittes; von KKMirig^ des südlichen von 2i>o km Lan^.~"Delii^Bau^tehen gewaltige "Schwierigkeiterl gegenüber: Der IlocligebirgsehaVakter erfordert die Lösung schwieriger technischer Probleme. . Malaria dezimierte die Arbei lerschaf l, und in sogenannten gesunden _i Gegenden .war die 'Hitzeso stark, daß nur wenige Arbeitsstunden geleistet werden konnten, und schließlich waren die arahi sehen Stäin nie nich t gerade (Jas Ideals te Arbeiterma feerial. Darüber hinaus 'entstanden bald nach Vergebung der ersten Aufträge ah eine amerikanische und an eine 'deutsche Firma (wenn wir uns recht entsinnen, Otto Wolff) Differenzen mit Jen Lief eranten, so daß man schließlich ein skandinavisches Konsortium beratender Iivgeineure,. das. Kajnpsax- Konsorlium, mit der Beaufsichtigung der Bauarbeiten betraut hatte: Den Ilauplanlcil an den Bauaufträgen hat Italien errungen, daneben sind schwedische, tschechische und iranische Unternehmen beteiligt. Die Stahlschieneivhat Sowjet-Rußland geJiejfertv wobei es :übrigens gleichfalls Differenzen wegen einer Art MoiTopölgcwährung für v diese , Lieferung > aii *clie U^l.S.S.IV. gegeben hat. Unter Leitung technischer Ingenieure -ist^eigens für den Bedarf der Bahn eine Iranische Zeinenli'abi'ik errichtet worden, Das -rollende Material soll ,aus den Vereinigten Staaten* -und Belgien bezogen werden. England ist merkwürdigerweise aus dem Geschäft ausgeschaltet. Lediglich eine Anzahl Lokomotiven soll in Manchester bestellt worden' sein. Neben den heimischen ■-Bewohnern, sind einige tausend Ilaliener speziell für Tunnelbau und. Maurerarbelten an dem Biesenwerk beschäftigt. Englische Reisende versichern, daß bei den bereits im;u>Kilojneter-Teinpo befahrenen Strecken ein vollkommen europäischer Koni fort herrscht. Das schwierigste Probien! der Ilnänzierung wurde zunächst durch eine seit iQ~*5 erhobene Sondersleuer auf Tee und Zucker gelöst. In der letzten Zeit haben sich jedoch die Summen, die der Bahnbau verschlang, im Gegensalz zu den absinkenden Einnahmen aus dem Tee- und Zucker-Monopol, derart erhöht, daß der StaatsConds, über dessen llöhe maii übrigens nichts weiß, zum Ausgleich herangezogen werden muß. Es wird daher der iranischen Regierung entgegen der ""'urs^nj^l'fflüm"Abwichtnichts" weiter übrig bleiben/ als zur Durchführung des^Projektes sich nach einer Auslands.-Anleihe umzusehen. Die Frage, ob es sich lohnt, das Lifnd inil derart igen Aufwendungen zu belasten, ist nicht ohne vyei leres (tijl Ja - zu beantworten. Die strategische Bedeutung einer Balmlinie ist gegenüber der modernen Flügwa ffe wahrschejn (ich zwei Tel - haft. Was die wirtschaftliche Bedeutung anbelangt, so läßt sich nicht voraussehen, ob es möglich sein wird, da(V der Beis des Landes nach i;k>(> K ilouiefer Krachtbelasiung inil dem Produkt Indiens konkurrieren kann, und ob die unbekannte iranische, Fruchl sich auf dem Wellmarkt durchsetzen wird, umsomehr, als die modernen Kenntnisse des Obstbaues dem iranischen Gärtner noch völlig fremd .sind; Größere. Aussichten hat \Mleicht die Bäuni wolle y die jedoeh^^i i 1 gmföcn Teil' in Gegenden vorkomml, welche ^u^nder Bahn nicht ber.ülrr> werden. . Ebenso schwierig läßt sich voraussagen, ob der in den letzten Jahren mächtig aufstrebende ^Molorlaslwagen-Verkehr nicht im Kampf mit der Bahn Tracht Sieger, bleiben wird. Der Benzinpnriskänipf, welcher zwischen der Anglo-Persian-Oil Company und den. Sowjets im Gange isl;.: trägt natürlich zur- Verbi 11 i g u n g des TransportmittelsLasU aulo bei: [':''.:' . ■ :•,''*''' ... ' \' M Mit' Germgluung können wir feststellen, daß eine ganze Anzahl von Zeitungen Anregiingi'ii von uns aufgegriffen und unsere Rubriken " wie überhaupt die Art unserer wulsehafU liehen'\\B(HlthlLH'siiittimg-\lV!rilweise üb(MMioninieu hat. In ein-: zelnen Ländern sind Zeil ungengegrüi nie t worden, die der iinsrigen im •Aufbau weilgcdieiul ähneln; In Rumänien-hat man es sich ganz becpiein gemacht und einfach unseren ZeiUingSkopf im. Original verwendet. ' ,":f- ■ Wir-4'reuerT-tms^tnrfrTrhrig7 tlaß >yir solche \;ichahmer gefunden habeii; ist dies cloch der" besjle Beweis für di^Notwendigkeit der PN und der Richtigkeit ihres reclaklitmio-IIimi- 'C5 , . . Aufbaues. ' ' ' "• : Wir müssen jedoch darauf hinweisen, dal.') wir nach wie« vor .■ in voller l nabhängigkeit erscheinen und sei 1 >s l verslan. IJicl1 uel 1 mit diesen ^euersdielnungen in keiner ■-Verbindung stehen/ Krilik und Anregungen unserer Le>er: hingegen ist uns slels; erwünscht. , . ... . . . . . N c h r 1 Iii e 11 1111 g u u d \ erlag Diesen Bedenken slehl jedoch die Talsäche gegenüber, dal.") dei\Rahnlransporl dazu beilrageii wird,deni Slrejuvn des I.aji,- des nach eigener Industrialisierung entgegenzukommen und die Wirtschaftsgebiele.des Landes mileinander in Verbindung zu bringen. Aber über allein'steht, die für orientalische Verhältnisse welleieht entscheidende -Tatsache,'daß der ßahnban das fJeblingsprojekl des regiikrend(kn Schahs isl. für den sie ein Symbol für die Modernisierung und \ oVwürl.sculwirkltiug des Iran aus AN üsten-zum Kulturland bedeulel. L. L. l'\)rtsetzung folgt.

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