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Palästina-Nachrichten · 1935-04-17 · Heft 7 (17.4.1935) · p. Seite 3

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 7 (17.4.1935)
Date
1935-04-17
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Von Dr. Walter Jacobsohn ©ie palästinensische Apotheke ist — wie vieles ih Palästina «aufgebaut nach alten türkischen Gesetzen, ergänzt und mofHerriisfert durch neuere auch in England geltende Vorschriften. iDie Krrichlung einer Apotheke ist an keim besondere behördilidhe/Jtonzession gebunden« es herrscht Freizügigkeit wie in -Üngtand und vielen anderen Landern, Der Apothekenbesitzer, der nicht selbst Apotheker zu sein braucht, ist nur verpflichtet, die pharmazeutische Arbeit und Überwachung einem dafür verantwortlichen „lizensierteh" Apotheker anzuvertrauen und in dem Bau mid der Einrichtung der Räume' bestimmte Vorschriften <%w erfüllen. Da es im Lande noch keine Aus- Wldurtgätnöglichkeilen gibt, verlangt die Regierung zur Erteilung .«der Lizenz ein ö^semestriges pharmäzelitiscEes Studium imit anschließendem Examen. Die nach dem alten deutschen^ Studie<i(g!ang ausgebildeten Apotheker erhalten keine Lizenz .wind äeiSnnen deshalb nicht selbständig eine Apotheke führen. JPaltetineriser, die Apotheker werden wollen, pflegen ihr Studitim an französischen Universitäten oder in Beirut Syrien) zu absolvieren. . V Die Räume müssen eine Mindestfläche von 60 qm haben, die in 3o qm für die Apotheke., 10 qm für das Laboratorium, und i5 qm für das Lager eingeteilt Werden. Ein Überrest aus der ottomanischen Zeit ist ^uch die offizielle Gleichstellung des französischen Arzneibundes mit der britischen Pharmakopoe. In diesem Rahmen spielt sich das pharmazeutische Leben cab. E^_Exeizüg^ mit-dem Fehlen feiner Taxe mit f^t^ -Verkaufsp^ nieto «m^ntem^ AjfK^^ Äand ■kotn'men'-auf C—8000 Menschen t Apotheke), eine Einwohnerzahl, Von der noch die Krankenkassehmitglieder, die (eigene Apotheken und Arzneiabgabestellen besitzen, abzuziehen •;sind. Der Konkurrenzkampf führte zu Preisen, die nur den .Einkauf der~frilligsten Rohstoffe gestatten und trotzdem nur 70 neue Ärzte in vier Monaten Von November 1934 bis Febrüar ig35 würden in Palästina insgesamt 69 Ärzte (darunter 23 in Tel-Aviv, 23 in Jerusalem/ i3 in Haifa) zur Praxisausübung neu zugelassen, ferner 26 Zahnärzte (darunter 9 in Tel-Ayiv, 7 in Haifa, 5 in JeruwK lern), 8 Apotheker und 6 Hebammen, einen Verdienst yon etwa 10—15 oft bei Spezialitäten- und etwa. 200/0 bei Rezepten lassen. Die A^gesteliteo^ehälter sind' (entsprechend niedrig, ein lizensierter Apotheker bekommt etwa i2:-^P~Tn^naflieh, das durchschr^ttlic&^ Einkommen der Apothekenbesitzer beträgt 2Ö--3o £P%' Die Arbeitszeit läuft von morgens 7 Uhr bis abends o/Uhr* Laboratoriumstätigkeit gibt es nichtv—Ein großer Teil efes Umsatzes besteht aus kosmetischen Präparaten. T Der Verbrauch des Landes, an Arzneimitteln iist in den letztenfahren sprunghaft gewachsen, vvas auf die stärke Vermehrung des europäischen Bevölkerungsteile^ zurückzuführen ist. Die Araber, jemenitischen und orientalischen Ittäen fallen als Verbraucher fast völlig aus. Während im Jahre 1932 für etwa*5o 000 £P Drogen und Spezialitäten eingeführt wurden, betrug der Import im Jahre 1983 etwa 85 000 £P und ix)34 etwa 12p 600 £P. Die «europäisch ausgebildete Ärzteschaft bevorzugt die altgewohnten Spezialitäten, so daß der größte Teil des Importes aus Deutschland kommt (im Jahre 1933 für ölwa ööo ooo, 1934 für 662 000 RM. Die llcd ), der kleinere Teil auä der Schweiz, Ungarn, Frankreich, England, Belgien, Italien, Länder9, die sich lebhaft um die Erobcrimg des sich stetig aufwärts entwickelnden Marktes bemühen; Das Jahr 1984, das dem Lande in vielen Zweigen der Vcredelungsirtdustrien wichtige Anfänge brachte, ist auch das . Geburtsjahr einer palästinensischen pharmazeutischen Industrie. Im April 1934 trat zunächst die Fabrik „Zori" unter Leitung deutscher Fachleute an die Öffentlichkeit. Sie stellt Tabletten, Supposilorien, Lösungen und Salben in Spezialitälenförin her.* Die Präparate sind in Verarbeitung und Aufmachung ganz europäisch. Ende 1934 brachte dann die zweite pharmazeutische Fabrik „Tamar" in Rechoboth ihre ersten Produkte auf den Markt. Das Arbeitsprogramm von „Tamar' erfaßt vor allem Neues'privatsanatorium bei Jerusalem ": ---Foto: Dr. Sali nger -iiLjSl^^ ^^nkwah,diev^ .lsl ™.ler dle ^bnk.^a bc, ■■ ■ .. j . .-V ~»n einer alteingesessenen Drogenhandels- WrblX^ wird\Dic Produk'ion so11 Biartirtrtl»..^- t W -- ASen und Spezialitäten umfassen. In j^rusälfeniv * %an, eröffnete kürzlich ein deutscher Apotheker ein; Bp' -mazeutisches Laboratorium, das einige Spezialitäten erzeugt, eine zweite Fabrik ist im Bau. In Haifa wird von einer Wiener Gruppe aus den Kreisen der österreichischen Heilmittelstelle ebenfalls ein pharmazeutisches Fabrikationsr unternehmen vorbereitet. Ein deutscher Apotheker beginnt jetzt gerade in Jerusalem, im Anschluß an die medizinische Instrumenlenhandelsfirma „Asldepiös" mit der Produktion cinigex,wichtiger Verbandstoffe, wie Gipsbinden, imprägnierten Verbandstoffen, Verbandpäckchen usw. In Rishon-le-Zioji ist eine große Seifenfabrik im Bau, die auch medizinische Seifen . erzeugen_will._ Das Salz des Toten Meeres wird durch die Gesellschaft „Salsaw" als Badesalz verkauft. Wenn die bestehenden Betriebe ihre Produktionskapazität voll, ausgenutzt haben und die im Bau oder in Vorbereitung befindlichen Fabriken arbeiten, wird Palästina imstande sein, den größten Teil seines Ileilmittelbedarfs selbst zu decken, Exportmöglichkeiten bestehen besonders nach Syrien, das palästinensische Erzeugnisse zollfrei einführt, aber auch nach den übrigen Ländern des nahen Orients, nachdem die Industrie sich den besonderen Bedürfnissen jedes einzelnen Landes-angepaßt hat; Tabletten . Komprimier- und Brikettier > Maschinen Tabletten-Zähl-und Einfüll- Apparate Füll «i und Dosiermaschinen für trockene Materialien Pillenmaschinen / Strangpressen Fritz Küianr^ Berlin-Hohenschönhausen

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